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Eine große Palette an Klangfarben

Eine große Palette an Klangfarben

Studenten spielten ausverkauftes Konzert in der Immanuelskirche.

Immer wenn ein Semester zu Ende geht, ist zumindest für ei-nen Abend die Bergische Uni-versität nicht der wichtigste Ort für die künftigen Akademiker. Dann geht es nämlich den Grifflenberg runter auf die Talachse, anschließend Richtung Osten bis in Oberbarmen das Kulturzentrum Immanuel er-reicht ist. Dort gibt es Musik, die vom institutseigenen Orchester und den beiden Unichören geboten wird. Das ist Tradition. Also war auch dieses Mal das Konzert ausverkauft.

Die Studenten und Angestellten der Hochschule pflegen ihr Hobby gewissenhaft und trauen sich eine ganze Menge zu. Sergei Rachmaninows anspruchsvolles zweites Klavierkonzert in c-Moll (op. 18) aus dem Jahr 1901 hatten sie sich als Hauptwerk des Abends ausgesucht. Hochmotiviert legten sich die Musiker mächtig ins Zeug und arbeiteten eine große Palette an Klangfarben heraus.

Solist war der 25-jährige Nachwuchspianist Yuhao Guo aus Köln. Er glänzte mit einer reifen Klaviertechnik. Nur hätte er den beseelt-romantischen Duktus des Werks ein wenig einfühlsamer gestalten können. Auch die Barockmusik wurde von einem Teil des Orchesters nicht außer Acht gelassen: ein in Vergessenheit geratenes Concerto in e-Moll für zwei Flöten, Geigen, Bratsche und Basso continuo aus der Feder von Baldassare Galuppi aus Venedig.

Die Aufführung erfreute die Herzen des Publikums genauso wie die Vorträge von zwei Stücken Chris Hazels seitens der Blechbläser. Und ein Medley aus populären US-amerikanischen Oldies wie „New York, New York“ und „42 Street“ kam ausgesprochen schwungvoll daher. Der Unichor, der Uni-Ferienchor wie die Gesangssolisten Daniel Drückes und Christa Warnke zeigten sich ebenfalls bestens disponiert.

Begleitet von einer gediegenen Rhythmusgruppe (E-Piano, Gitarre, Bass, Schlagzeug) und ein paar Orchestermitglie-dern brachten sie beste Stim-mung in das Kulturzentrum. Hits wie „When Sunny Gets Blue“ und Al Jarreaus „Boogie Down“ wurden mit viel Enthusiasmus intoniert.

Dabei lotste Christoph Spengler alle Ensembles umsichtig und zuverlässig durch die Partituren. Sein reges Dirigat war für jeden Interpreten zusätzliche Motivation, sein bestes zu geben. Tosender Schlussapplaus, ebenso von den Sängern und Instrumentalisten als Dank an den Dirigenten, war nur selbstverständlich. Eine Zugabe war das Resultat: Noch einmal kam aus dem Programm „Uptown Funk“ fetzig von der Bühne.