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9-Euro-Ticket: Ein spannendes Experiment​

Kommentar zum 9-Euro-Ticket : Ein spannendes Experiment

Ist das 9-Euro-Ticket - für jeden erschwinglich - ein Segen oder wird es sich später als Fluch herausstellen? Ein Kommentar von der WZ-Redakteurin Katharina Rüth.

Die Wuppertaler Stadtwerke scheinen vom Pech verfolgt. Nicht nur wegen des langen Kampfes mit den Problemen der Schwebebahn, nicht nur bei der Sanierung des Kaiserwagens. Jetzt gab es auch Schwierigkeiten beim Verkaufsstart des 9-Euro-Tickets.

Dabei war dem Unternehmen eigentlich ein kleiner Coup in Sachen Werbung gelungen: Als einziges Verkehrsunternehmen bot es das Ticket per App schon ab vergangenen Mittwoch an. Das sicherte den Wuppertaler Stadtwerken eine Erwähnung auch in den überregionalen Nachrichten. Schade, dass ein offenbar technisches Problem den Verkaufsstart trübte.

Insgesamt ist das Ticket ein spannendes Experiment: Aktuell wollen es viele nutzen, der kleine Preis zieht. Ob das Erlebnis der Bus- und Bahnfahrt aber dauerhaft und auch bei höheren Preisen überzeugt, bleibt abzuwarten. Zumal es während der Aktion besonders voll sein wird. Womöglich erstickt die Aktion an ihrem eigenen Erfolg.

Die Frage ist: Wie viel Geld können wir in den ÖPNV stecken, um dauerhaft die Preise zu senken? Und wie viel Geld ist darüber hinaus nötig, um mehr Kapazitäten zu schaffen? Geld verdienen lässt sich mit dem ÖPNV nicht. Gewinnen könnten Umwelt und Klima und auch die Lebensqualität. Das kostet Geld. Das Experiment zeigt auf, was mit Geld möglich ist.