1. Wuppertaler Zoolauf: Wenn die Flugente auf den Wolf trifft

1. Wuppertaler Zoolauf: Wenn die Flugente auf den Wolf trifft

Spaß, Sport und Naturerlebnis bildeten zur Premiere eine perfekte Mischung.

Elberfeld. Ob der weiße Wolf, der in seinem Gehege auf einem Baumstamm thronte, wohl Ausschau nach der Flugente hielt? Suchten sich die Anden-Geier von ihrer hohen Warte schon ein Opfer aus, das sich gerade mit letzter Kraft den Berg heraufgeschleppt hatte? Fragen dieser Art stellten sich am Mittwoch Abend im Wuppertaler Zoo gleich mehrfach.

Beim 1. Wuppertaler Zoolauf waren mal nicht die Menschen, sondern die Tiere aufmerksame Beobachter. Für beide dürfte es ein außergewöhnliches Erlebnis gewesen sein. Zumindest auf Seiten der Menschen war man sich nach dem inklusive Schülerläufen und zwei Staffelläufen gut dreistündigen Spektakel jedenfalls einig, dass das eine Supersache gewesen ist. Eine einmalige nicht — denn im nächsten Jahr soll es auf jeden Fall eine Neuauflage geben, wie Zoodirektor Arne Lawrenz und Sportdezernent Matthias Nocke bei der anschließenden Siegerehrung verkündeten.

Dass die Marke Zoo-Berglauf bereits zum Auftakt zog, bewies die große Zahl der Auswärtigen unter den rund 450 Startern. So kam das A-Team als Sieger bei den Damen aus Düsseldorf, der Herren-Sieger von der LG Remscheid und die „Flugente“, die sich mit einem Partner im Wolfskostüm den Staffelstab in die Hand gab, aus Herne.

Spaß und Ehrgeiz — die Mischung machte es. Während die (g)rasenden Giraffen, Hase & Igel oder die LCW-Bienchen nicht nur nur durch ihre läuferischen Qualitäten, sondern auch durch tolle, zusätzlich schweißtreibende Kostüme glänzten, ging beispielsweise beim Team Laktatexpress so richtig die Post ab. David Koll, derzeit einer der besten Wuppertaler Straßenläufer, markierte mit tollen sieben Minuten auf der 2,1 Kilometer langen Strecke die Bestzeit, obwohl auch er zugeben musste — die Steigung war mörderisch.

Der ein oder andere ging schon gegen Ende des ersten langen Anstiegs hoch zum Zebragehege vom Trabtempo in den Schritt über. Richtig giftig wurde es aber erst vor dem neuen Tiger- und kurz darauf vor dem Löwengehege. „Ich war froh, dass da oben jemand stand und mir zurief, jetzt geht es nicht weiter rauf“, bekannt Oliver Witzke, der ein geübter Läufer ist und unter anderem den Ronsdorfer Talsperrenlauf des LCW jährlich moderiert. Im Zoo selbst sei er schon seit 25 Jahren nicht mehr gewesen, insofern waren ihm die Steigungen nicht mehr so präsent.

Neue Wege zu finden, um den Zoo ins Bewusstsein weitere Menschen zu rufen und den Laufboom zu nutzen, ist schließlich die Idee, die Zoo und Laufsport Bunert mit dem Zoo-Berglauf verbinden. „Wir hatten alle Spaß“, sagte Zoodirektor Lawrenz, der selbst mit Sohn Vito auf die Runde gegangen und trotz einer schmerzhaften Wadenverletzung bis zum Schluss durchhielt.

Ein kleines Problem habe es im Übrigen nur mit den Weißlippenhirschen gegeben, die man aber schnell wieder habe beruhigen können. Laufen und Zoo — das passe auf alle Fälle.

“ Alle Ergebnisse unter zoolaufwuppertal.wordpress.com

Mehr von Westdeutsche Zeitung