Nordbahntrasse: Ärger um Gerüst für 112.000 Euro

Nordbahntrasse: Ärger um Gerüst für 112.000 Euro

Seit März 2010 ist die Brücke Westkotter Straße „eingepackt“ — aber nach wie vor noch nicht saniert.

Wuppertal. Die Viadukte der Nordbahntrasse haben es in sich: Während sich die Wuppertal Bewegung über die Nordbahn-trassen GmbH vor Gericht mit einer Baufirma auseinandersetzt, die die Brücke Schönebecker Straße mit Mehrkosten von gut 50.000 Euro abgedichtet hat (die WZ berichtete), gibt es auch Probleme am Viadukt Westkotter Straße.

Hier sorgt ein jahrelanger Stillstand für Kritik: Seit März 2010 ist das Bauwerk eingerüstet — auf der Unterseite, um zu verhindern, dass Bauteile auf die Straße fallen und auf der Oberseite im Vorgriff auf die Sanierung der Brücke.

Während sich die Gerüstkosten mittlerweile auf etwa 112.000 Euro summieren, ließ die Instandsetzung der markanten Trassenbrücke auf sich warten. Die Hängepartie — im wahrsten Sinne des Wortes — zog jetzt auch in der Bezirksvertretung Kreise.

„Das ist schon peinlich. Im Rückblick hätten wir das anders gemacht.“ So formulierte es Rainer Widmann vom Ressort Straßen und Verkehr in der BV. Widmann ist bei der Stadt Wuppertal Projektleiter der Nordbahntrasse.

Auch bei der Sanierung dieses Viadukts ist die Reihenfolge vorgegeben: Bevor die Unterseite der Brücke bearbeitet wird, muss die Oberseite so abgedichtet sein, dass kein Wasser ins Bauwerk eindringen und es vor der Instandsetzung der Unterseite erst mal austrocknen kann.

Und so fing 2010 an der Westkotter Straße das Warten an: Zunächst wollte die Wuppertal Bewegung dort tätig werden, bevor die Stadt Wuppertal nach den Auseinandersetzungen um die Trasse die Rolle des Bauherrn übernahm.

Mit der Sanierungsplanung wurde nach einer europaweiten Ausschreibung ein externes Planungsbüro beauftragt, mit dem die Stadt inzwischen nicht mehr zusammenarbeitet — nach Vorlage eines Sanierungskonzepts, das sich laut Stadt nicht realisieren ließ: Die Planer hatten das bereits installierte Arbeitsgerüst auf dem Viadukt schlichtweg nicht berücksichtigt. „2012 mussten wir die Reißleine ziehen“, erklärte Widmann. Seit Januar 2013 liegt die Generalplanung zur Trasse bei einem Wuppertaler Planungsbüro, das wiederum mit weiteren regionalen Büros kooperiert.

So ist das Ende der Hängepartie an der Westkotter Straße in Sicht: Bevor das Gerüst in den nächsten Wochen für die Brückenabdichtung abgebaut wird, wird auf der Unterseite ein neues Schutznetz gegen Steinschlag installiert.

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