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Neuss: „Wilma Wohnen“ stockt bei Sozialwohnungen an der Gladbacher Straße auf

An der Gladbacher Straße in Neuss : Investor baut mehr geförderte Wohnungen

Protest im Vorfeld: Nachbarn fürchteten einen Wertverfall ihrer Immobilien.

. An der Gladbacher Straße entstehen jetzt doch mehr öffentlich geförderte Wohnungen als vom Investor zuletzt geplant. Freiwillig, wie Jochen Siemes als Projektverantwortlicher betont, hat die Firma „Wilma Wohnen Rheinland Projekte“ die Zahl der Sozialwohnungen von acht auf zehn aufgestockt und damit auch die Fraktionen von SPD, Grünen, Linken und die UWG/Freie Wähler zufriedengestellt. „Zwölf Wohnungen wollten wir haben, zehn sind es jetzt – ein klassischer Kompromiss“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Arno Jansen.

Mit ihrem Angebot sendet die „Wilma Wohnen“ aber auch ein Signal in Richtung der Nachbarschaft aus. Aus diesem Kreis hatten sich zwei Beschwerdeführer sehr konkret gegen das Vorhaben gewandt und argumentiert, dass eine größere Anzahl von Sozialwohnungen einen Wertverlust ihrer Immobilien nach sich ziehe.

Antrag auf weitere Wohnungen verpasste knapp die Mehrheit

Die Politik reagierte verstimmt und der Antrag, dem Investor ein zusätzliches Geschoss zuzugestehen, damit er noch mehr Sozialwohnungen bauen kann, verpasste nur mit einer Stimme die nötige Mehrheit. Das war aber nicht im Sinne von „Wilma Wohnen“, sagt Siemes, der den Konsens mit der Nachbarschaft sucht und sich mit zwei Geschossen zufrieden gibt. In den so dimensionierten beiden Mehrfamilienhäusern entstehen damit 15 Wohnungen, von denen jetzt nur noch fünf als Eigentumswohnungen verkauft werden können.

Gleiches plant der Investor mit den 20 Doppelhaushälften, die auf dem rückwärtigen Teil der überplanten Ackerfläche entstehen werden. Diese Eigenheime könnten im Sinne der Nachbarn als Aufwertung verstanden werden, sagt Siemes.

Den Preis für den Konsens mit den Nachbarn und eine – nunmehr – einstimmige Unterstützung der Politik zahlt alleine das Unternehmen. Ob sich das Projekt unter dem Strich noch wirtschaftlich darstellen lässt, werde sich erst am Ende zeigen, sagt Siemes. Aber die „Wilma Wohnen“ wolle das Thema offen angehen und die Nachbarn mitnehmen. „Wir müssen eine Durchmischung haben“, sagt er.

Als Investor ist die „Wilma Wohnen“ nach Fertigstellung aber auch raus aus dem Projekt. Für die zehn öffentlich geförderten Wohnungen, die zu vermieten seien, sucht der Investor einen Partner, der dieses Geschäft betreibt. nau-