Lichius-Gruppe baut Eigentumswohnungen und Doppelhaushälften in Neuss

Neue Wohnanlage im Stadionviertel : Im Kamillusgarten entstehen 29 neue Wohnungen

Später sollen 14 Doppelhaushälften das Quartier im Stadionviertel am Konrad-Adenauer-Ring ergänzen.

. Stadtnahes Wohnen ist und bleibt gefragt. Diese Erkenntnis ist nicht neu, erfreut aber dennoch Guido Lichius, da er sie aktuell in der Praxis bestätigt sieht. Der Geschäftsführer der seit 1973 in Neuss agierenden Gert Lichius Unternehmensgruppe steht am Konrad-Adenauer-Ring und schaut auf den Kamillusgarten. Dort haben Bagger die Grube für eine Tiefgarage ausgehoben. Der sichtbare Startschuss für eine Anlage mit 29 Eigentumswohnungen ist erfolgt. In etwas mehr als einem Jahr sollen die Bewohner einziehen. Später sollen 14 Einfamilienhäuser als Doppelhaushälften entstehen, die den Komplex komplettieren. „Die Nachfrage ist gut“, sagen Lichius und Ute Weber unisono, die für den Bauträger den Vertrieb des Projektes organisiert.

Längst haben die Kamillianer den Standort am Glehner Weg aufgegeben. Einen Teil des Areals verkaufte der Orden vor knapp sieben Jahren an den Neusser Bauverein. Das etwa 10.000 Quadratmeter große Grundstück wird eingerahmt durch den Konrad-Adenauer-Ring, die Görres-Schule, die Senioren-Wohnanlage „Park-Residenz“ und grenzt im Norden an die Gärten der Häuser des Glehner Wegs, die inzwischen auch bebaut wurden. Jetzt werden die Pläne realisiert. Der Bauverein, der Baurecht geschaffen hat, übergab das Vorhaben an die Lichius-Gruppe, da es sich um eine reine Bauträger-Maßnahme handele. „Wir müssen unsere hausinternen Kapazitäten bündeln“, sagte Bauvereins-Chef Frank Lubig vor einiger Zeit unserer Redaktion, „um unsere Hauptaufgabe energisch voranzutreiben, wir müssen bezahlbaren Wohnraum schaffen.“ Dennoch sei der Kamillusgarten ein schönes Projekt. Dort habe der Bauverein einen Mehrwert geschaffen, in dem er das Grundstück erworben und Baurecht geschaffen habe: „So konnten wir Grund und Boden mit einer Wertschöpfungsmarge verkaufen.“ Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Architekt hat „Filetgrundstück“ mit dem Bauverein entwickelt

Auch Guido Lichius sieht in dem Kamillusgarten ein „schönes Projekt“, in das er mit seinem Unternehmen als Bauträger eingestiegen ist: „Es war alles gut vorbereitet.“ So wird das neue Quartier auch nach dem Konzept und den Plänen von Horst Hanrath verwirklicht. Der Neusser Architekt hatte schon zu Beginn mit dem Bauverein dieses „Filetgrundstück“ am Simonsweg entwickelt.

Der Straßenname erinnert an die bekannte jüdische Familie Simons, die in Neuss Mühlen betrieb und später Flucht und Holocaust erleiden musste. Die Nachfrage für die Wohnungen im Kamillusgarten kommen laut Ute Weber auch von außerhalb der Neusser Stadtgrenze. Erkennbar viele Interessenten wohnen aber auch in der näheren Umgebung, im Stadionviertel. Darunter seien meist ältere Ehepaare, die sich „kleiner setzen wollen“ und dabei ein neues Domizil im vertrauten Stadtviertel suchen. Die Infrastruktur dort sei gut, sagt Weber, inklusive der Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und das Fernstraßensystem.

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