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„Harper Regan“ im RLT: Alles ist wie immer und nichts, wie es einmal war

„Harper Regan“ im RLT: Alles ist wie immer und nichts, wie es einmal war

Intendantin Bettina Jahnke inszeniert das Familiendrama „Harper Regan“ von Simon Stephens.

Neuss. Zum dritten Mal bringt das Rheinische Landestheater ein Stück des britischen Erfolgsdramatikers Simon Stephens auf die Bühne. Nach „Country Music“ und dem Irak-Heimkehrer-Drama „Motortown“ wird nun „Harper Regan“ aufgeführt — inszeniert von der RLT-Intendantin Bettina Jahnke. Premiere ist am Freitag.

Bettina Jahnke vergleicht das Werk mit einer griechischen Tragödie, sieht in Handlung und Hintergründigem archaische Themen wie Schuld, Angst und Reue. Oder anders: Es geht um eine englische Familiengeschichte.

Stephens schildert mit knappen, lakonischen Sätzen die Irrfahrt der Harper Regan. Die 41-Jährige, verheiratet, Mutter einer erwachsenen Tochter, hält die Familie über Wasser. Beiläufig erfährt man, dass ihr Mann nicht arbeiten darf. Hat er pornografische Bilder von Kindern gemacht?

Als ihr Vater im Sterben liegt, bricht Harper Regan auf und aus, doch sie kommt zu spät. Für einige Tage verliert sie sich in einem Strudel von Sehnsüchten, Begierden und Abgründen. Als Haper nach Hause zurückkehrt, ist alles sowie früher, aber nichts, wie es einmal war, heißt es in der Vorschau.

Bettina Jahnke inszeniert das Stück als Geschichte einer Frau, deren Welt aus den Fugen gerät. „Es geht mir um die Sprachlosigkeit der Figuren, ich will wissen: Was steckt dahinter?“ Sie verlegt das Stationendrama weg von Küche und Pub auf eine Einheitsspielfläche. „Für diese Tragödie brauche ich weiten Raum“, sagt sie.

Die Probenarbeiten verliefen in den vergangenen Tagen unter Hochdruck. Zehn Tage vor der Premiere musste Hauptdarstellerin Claudia Felix krankheitsbedingt ersetzt werden, nun spielt Linda Riebau die Harper Regan. „Das habe ich so auch noch nicht erlebt. Aber wir werden es schaffen“, erklärt Bettina Jahnke am Dienstag vor der ersten Hauptprobe.

“ Premiere ist am Freitag um 20 Uhr im Schauspielhaus. 105 Minuten ohne Pause. Es gibt noch Karten. Weitere Aufführungen: 18. und 22. März