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Nur Grün führt in die Innenstadt

Nur Grün führt in die Innenstadt

Die Umweltzone wird erst erweitert und ein Jahr darauf verschärft

Neuss. Seit Ende 2009 setzt die Stadt Maßnahmen des Luftreinhalteplans um, seit zwei Jahren existiert in der Innenstadt die Umweltzone, die für Fahrzeuge ohne oder mit roter Plakette tabu ist. Die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) ist seitdem leicht gesunken — aber eben nur leicht. Nach wie vor liegen die Werte deutlich über den seit 2011 geltenden Grenzwerten. Die Folge: Der Luftreinhalteplan wird fortgeschrieben, soll heißen verschärft.

„Dringenden Handlungsbedarf“ sieht die Bezirksregierung. Jetzt hat sie in Zusammenarbeit mit der Stadt neue Maßnahmen beschlossen. Da der Straßenverkehr als größte kommunale Belastungsquelle ausgemacht ist, muss er auch die stärksten Einschränkungen hinnehmen.

Die beiden entscheidenden Maßnahmen greifen zum Sommer dieses und des nächsten Jahres. Zunächst wird die Umweltzone auf die Batteriestraße und um Teile des Dreikönigenviertels erweitert. Im kommenden Jahr dürfen dann nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette in die Umweltzone fahren.

Weitere Projekte aus dem ersten Reinhalteplan werden fortgeführt, so zum Beispiel die kontinuierliche Modernisierung der Busflotten von Stadtwerken oder der Busverkehr Rheinland. Nicht selten sind es die älteren Busse der Subunternehmer, die noch problematisch sind.

Betroffen sind auch die Fuhrparks von eher kleineren mittelständischen Unternehmen, deren schadstoffintensivere Lkw mit geringerer Jahresleistung dann auch länger im Einsatz sind. Förderung der Grünen Welle, Anreize zur ÖPNV-Nutzung und Förderung des Radverkehrs — zahllose Einzelmaßnahmen sollen die Schadstoffbelastung senken.

Norbert Jurczyk vom Amt für Verkehrsangelegenheiten setzt darauf, dass das Maßnahmenbündel greift. Bis zu der von der EU gesetzten Frist im Jahr 2015 aber werde der Grenzwert nicht erreicht, ist er sicher. Auch die Prognose der Düsseldorfer Bezirksregierung (s. rechts) belegt das.

Die Bezirksregierung betont, die neuen Maßnahmen seien „verhältnismäßig, erforderlich und angemessen“. Alle Belastungsschwerpunkte seien nun erfasst, eine noch größere Umweltzone nicht erforderlich. Und klargestellt wird auch: Die hohen Werte sind nicht zuletzt auf die hohe regionale Hintergrundbelastung zurückzuführen. Da sind dann nationale und europäische Strategien gefragt . . .