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Dreikönigenschule: Nichts tut sich im leeren Gebäude

Dreikönigenschule: Nichts tut sich im leeren Gebäude

Über Sanierung oder Abriss und Neubau am Schulzentrum Weberstraße ist noch nicht entschieden.

Neuss. Der Schulbus holt die Kinder wie seit Monaten ab, es geht vom Hammfeld zurück ins Dreikönigenviertel. Seit Schuljahrsbeginn gehen die Jungen und Mädchen, die für die Dreikönigen-Grundschule angemeldet sind, in Räumen des Berufsbildungszentrums zum Unterricht. Ihre eigene Schule ist PCB-belastet — die Sanierung ist gescheitert. Derzeit geschieht an der Weberstraße in diesem Schulgebäude gar nichts.

Aktivitäten sind im Gebäude der Grundschule nicht auszumachen. Überlegungen aber gibt es viele. Die Schullandschaft in Neuss ist in Bewegung. Auch nach der Gründung der Sekundarschule, die zum Sommer an der Gnadentaler Allee ihren Betrieb aufnehmen wird, ist die Fortführung aller bestehenden Schulen nicht zementiert.

Nur 24 Kinder wurden zum nächsten Schuljahr von ihren Eltern an der Dreikönigenschule (im Hammfeld) angemeldet, ein Jahr zuvor waren es 48. Der Rückgang erscheint angesichts der Begleiterscheinungen nicht ungewöhnlich. Die Schule wird dennoch zweizügig weitergeführt.

Bürgermeister Herbert Napp gibt ein klares Bekenntnis zum Fortbestand ab: „Die Dreikönigenschule bleibt erhalten, das steht außer Frage. Man muss überlegen, wo.“ Nicht zuletzt wegen die Wohnbauplanung auf dem Alexianergelände rechnet der Stadtchef mit verstärktem Interesse an der Schule. Über Abriss und Neubau oder umfassende und kostenintensive Sanierung ist noch nicht entschieden.

Für die Schulausschussvorsitzende Stephanie Wellens ist entscheidend, dass die Kinder im Hammfeld gut untergebracht sind. Die Entwicklung an der Weberstraße mag sie gar nicht abschätzen. Zur Zeit gebe es kein Geld für den Neubau. Und eine Sanierung werde von den Stadtverordneten sicherlich mit größtem Misstrauen beobachtet — die Kommunikation sei in der Vergangenheit nicht eben gut gelaufen.

Am Schulzentrum Weberstraße sind neben der leerstehenden Grundschule die Ganztagsrealschule Südstadt, das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium und die Maximilian-Kolbe-Hauptschule untergebracht. Diese katholische Hauptschule ist die letzte im Kreis, die ab Sommer noch Schüler aufnehmen wird.

Derzeit laufen die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen. Für die Gesamtschulen und die Sekundarschule wurde die Anmeldung vorgezogen. Das Ergebnis ähnelte dem der Vorjahre: Wieder mussten an den jetzt drei Gesamtschulen zahlreiche Kinder abgewiesen werden.

Bürgermeister Herbert Napp zieht daraus den Schluss wie schon SPD und Grüne. „Die Zahlen sprechen für sich. Ja, es muss eine vierte Gesamtschule geben.“ Nicht unbedingt an der Weberstraße, wie er betont.

Der Bürgermeister sieht einen klaren Trend zum zweigliedrigen Schulsystem. „Wir werden zwei starke Säulen haben. Da wird es die Gymnasien mit G 8 geben. Und die zweite Säule ist die des längeren gemeinsamen Lernens mit Gesamtschulen und Sekundarschule, die in neun Jahren zum Abitur führen können.“

Und die Dreikönigenschule? Bis zu einer „politischen Richtungsentscheidung“ werde gar nichts geschehen, sagt Bau- und Planungsdezernent Christoph Hölters.