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Mit der Dampfwalze nach Düsseldorf

Mit der Dampfwalze nach Düsseldorf

Vor 30 Jahren kehrte das Heinzelmännchen-Richtfest nach Büderich zurück.

Büderich. Es war ein großes Glück für die Heinzelmännchen, dass sie nach Jahren im Düsseldorfer Exil im Februar 1981 das Richtfest des Rosenmontagswagens endlich wieder im heimatlichen Büderich feiern durften. Der damalige Stadtdirektor Edgar Sonnenschein hatte seine Zustimmung gegeben, dass die Karnevalisten den städtischen Bauhof nutzen durften. Auch Bürgermeister Ernst Nüse ließ sich das närrische Spektakel nicht entgehen und gratulierte dem Vereins-Vorsitzenden Heinz Nelsen.

30 Jahre ist die Rückkehr der Heinzelmännchen an die Moerser Straße inzwischen her. Der Bauhof ist stillgelegt, der Bürgermeister heißt Dieter Spindler und der Heinzelmännchen-Präsident Bernd Schumacher. Geblieben ist die ausgelassene Stimmung, die beim närrischen Richtfest herrscht, wenn sich unter anderem sämtliche Prinzenpaare der näheren Umgebung die Klinke in die Hand geben.

Ganz neu hingegen ist der oberste Wagenbauer. Seine spitze Zunge ist Rudolf Dahm zum Verhängnis geworden: „Ich habe immer ein wenig gelästert, dass man so etwas doch bestimmt besser machen könnte.“ Nach dem Motto „Nit quake, make“ habe der Vorstand ihn dann so lange „bequatscht“, bis der Büdericher zusagte, einen Entwurf anzufertigen und die Umsetzung zu leiten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, findet nicht nur Stefan Bender: „Ist der nicht schön?“, fragt der Ehrenpräsident fast andächtig.

Der Wagen greift das diesjährige Düsseldorfer Sessions-Motto „Gebuddelt, gebaggert, gebützt“ auf und zeigt eine riesige Dampfwalze sowie viele kleine fleißige Heinzelmännchen bei der Arbeit. „Das ist nicht nur eine Anspielung auf die ausufernden Bauarbeiten in der Landeshauptstadt. Auch die Büdericher haben in der Vergangenheit ja ganz schön unter den Baustellen auf ihrer Ortsdurchfahrt zu leiden gehabt“, erklärt Dahm.

Sechs bis sieben Männer haben dem Architekten seit Oktober beim Wagenbau geholfen. Auf die Frage, ob dies denn ein einmaliges Engagement gewesen sei, sagt der 77-Jährige wie aus der Pistole geschossen: „Wenn es nach meiner Frau geht, war es das erste und das letzte Mal. Das Ganze ist zugegebenermaßen zeitlich dann doch ein wenig ausgeufert.“