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Pfingstfest: Tradition, die im Wind rotiert

Pfingstfest: Tradition, die im Wind rotiert

Der Förderverein hat zum Pfingstfest in die Braunsmühle eingeladen.

Büttgen. Joshua ist nicht mehr zu halten. „Mama, guck mal, die Mühle dreht sich“, ruft der Dreijährige. Eigentlich war er mit seinen Eltern auf dem Weg zum Spielplatz. Aber als er sah, dass die Flügel der Braunsmühle in Bewegung waren, wollte er unbedingt hinein. So musste Familie Altvater aus Holzbüttgen einen Zwischenstopp beim Mühlenfest einlegen.

Joshua hatte dabei weder Interesse an Würstchen oder Kuchen in der Cafeteria, sondern wollte sofort in den weißen Mühlenturm und die steile Holztreppe hinauf zum Mahlwerk. Dort staunte er über die Drehräder, die durch den starken Wind besonders schnell rotierten.

Traditionell lädt der Förderverein am Pfingstmontag zum Mühlenfest ein. 60 der rund 300 Mitglieder waren dafür auf den Beinen — vor allem auf den fürs Publikum zugänglichen Etagen der 1756 vom Grafen von Dyck erbauten Turmwindmühle, um Interessierten ihre Funktion zu erklären.

Nach den ersten beiden Stunden waren bereits 130 Menschen im Turm. So auch Ingrid und Peter Holter aus Liedberg. Sie waren nicht nur von der Technik beeindruckt, sondern auch vom Wissen der kundigen Fördervereinsmitglieder.

„Es ist toll, die Informationen so präsentiert zu bekommen“, sagte Ingrid Holter. „Angenehmer, als sie nachlesen zu müssen.“ Im Erdgeschoss der Mühle konnten sie eine Ausstellung des Rheinischen Mühlenverbandes sehen, in einem Nebenraum zeigte ein Film Bilder vor und nach der Restaurierung der Mühle, die 2001 begonnen und drei Jahre gedauert hatte.

„Mit den Einnahmen aus den Festen und dem Cafeteriabetrieb bestreiten wir die jährlich 10.000 Euro Betriebskosten“, erklärte Theo Nilgen (70), ehemaliger Vorsitzende des Vereins und mittlerweile Ehrenmitglied. Mit den Besucherzahlen war der Förderverein zufrieden. „Trotz der schlechten Wettervorhersage sind schon viele Menschen hier gewesen“, freute sich Monika Bautze.

Am 11. September, dem Tag des Denkmals, wird es ein ganz besonderes Fest geben. Dann besteht der Förderverein seit zehn Jahren. Ab 11 Uhr soll im Zelt vor der Braunsmühle ein Gottesdienst gefeiert werden. Neben den bisherigen Attraktionen möchte Bautze kleine Lesungen und für Kinder eine Märchenstunde anbieten.

Bereits am Samstag, 10. September, soll es einen „Tag der Illumination“ geben. Dann werden auf den weißen Mühlenturm, die Bäume an der Straße und andere alte Denkmäler der Stadt Naturaufnahmen und Filme projeziert.