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Neue Regelung in Dormagen: Neue Beschilderung an Stadtbussen

Neue Regelung in Dormagen : Einsteigen ist nur noch vorne erlaubt

Das Gebot soll Schwarzfahren und das Nutzen gefundener Tickets verhindern.

Die Dormagener Stadtbus GmbH, unter deren Flagge die meisten Busse in der Stadt unterwegs sind, haben Schwarzfahrern den Kampf angesagt. Hinter der unscheinbaren Ankündigung, dass jetzt Piktogramme an den hinteren Türen der langen Gefährte darauf hinweisen, dass der Einstieg in den Bus zwingend vorne beim Fahrer zu erfolgen hat, verbirgt sich schlichtweg Kontrolle. Dabei fällt den Fahrern die entscheidende Rolle zu: Sie sollen dafür sorgen, dass hinten niemand einsteigt (außer Fahrgäste mit Kinderwagen), und diese per Durchsage nach vorne bitten, um sich den Fahrschein zeigen zu lassen.

Das Ganze firmiert unter dem bekannten Projekt „Kontrollierter Einstieg“ und läuft in den beiden Tarifgebieten von VRR und VRS. Das heißt: Alle Fahrgäste müssen vorne beim Busfahrer einsteigen und einen gültigen Fahrschein vorzeigen, entwerten oder kaufen. E-, Online- und Handytickets müssen an ein markiertes Feld vorne beim Busfahrer gehalten und so überprüft werden. Das soll Schwarzfahren erschweren und den Missbrauch von liegengebliebenen, gültigen Tickets unmöglich machen.

Fahrgäste könnten sich aggressiv gegen das neue Gebot wehren

Um das durchzusetzen, wird an Haltestellen, an denen niemand aussteigen möchte, nur noch die vordere Tür geöffnet. Sollte jemand aussteigen wollen und die hintere Tür geöffnet werden, darf keiner hinten einsteigen. Das kann für Ärger sorgen – und Busfahrer in unangenehme, ja sogar gefährliche Situationen bringen – wenn alkoholisierte Fahrgäste oder Halbstarke den Aufforderungen nicht nachkommen, aggressiv werden und sich möglicherweise körperlich gegen die Stadtbus-Angestellten wenden.

Fahrer sollen weiterfahren und gegebenenfalls die Polizei rufen

Diese Situation hat auch Stadtbus-Geschäftsführer Klaus Schmitz vor Augen: „Der Fahrer soll sich noch Fahrgäste in Gefahr bringen“, sagt er. Einer Sprecherin des Unternehmens zufolge wird der „Kontrollierte Einstieg“ von den Fahrgästen bislang weitgehend ignoriert. Aus diesem Grund sei das Fahrpersonal noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen worden, auf das Vorzeigen oder den Kauf eines Fahrscheins zu bestehen und das Prozedere „konsequent umzusetzen“.

Laut Schmitz besitzt der Fahrer Handlungsoptionen: „Er kann die Fahrt fortsetzen, wenn seinen Aufforderungen nicht gefolgt wird und unterwegs Polizei, Ordnungsamt oder unseren Prüfdienst informieren.“ Er könne „entscheiden, ob es wert ist, sich auf eine Diskussion oder einen Streit einzulassen“.