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Rheinbahn: Im Bus darf man nur noch vorne einsteigen

Rheinbahn : Rheinbahn: Im Bus darf man nur noch vorne einsteigen

„Einnahmensicherung“: Die Rheinbahn legt in Düsseldorf ein altes Prinzip neu auf, weil Fahrer und Fahrgäste es zu lasch umgesetzt haben. Aber es gibt weiter Ausnahmen.

Eigentlich muss man in Rheinbahn-Busse schon seit 15 Jahren vorne beim Fahrer einsteigen und sein Ticket vorlegen. Eigentlich. Denn in letzter Zeit wurde dieses Prinzip von beiden Seiten aufgeweicht – den Busfahrern und ihren Fahrgästen. Jetzt macht die Rheinbahn ernst, ab 1. Juli heißt es wieder kategorisch: Bitte vorne einsteigen!

Um den Grund dafür redet Betriebsleiter Michael Strotmann nicht lange herum: „Es geht um Einnahmensicherung, darum, dass alle Fahrgäste bezahlen, wenn sie mit uns fahren.“ Nebenbei dürfte das auch statistisch die Fahrgastzahl erhöhen: Aktuell werden in Bussen etwa 45 000 Tickets am Tag an den Scanner gehalten, die Rheinbahn glaubt, dass tatsächlich deutlich mehr Leute mitfahren.

Das Verkehrsunternehmen hat nun für das elektronische Kontrollsystem beim Einstieg ein Software-Update aufgelegt, damit Monats-Chipkarten oder Handytickets schneller ausgelesen werden. „Zum Teil hat das beim alten System fünf oder sechs Sekunden pro Fahrgast gedauert“, sagt Strotmann. „Das neue schafft es zu 90 Prozent in einer Sekunde.“

Das nervige Warten auf grünes Licht am Lesegerät hat manchen Fahrer dazu verführt, entweder Fahrgäste einfach durchzuwinken oder aber hintere Türen für sie zu öffnen. Auch weil sie keine größeren Verspätungen wegen der Ticketkontrolle in Kauf nehmen wollten. Das, glaubt die Rheinbahn, hätte so mancher Schwarzfahrer kaltschnäuzig ausgenutzt.

Ab Montag soll das vorbei sein, wobei Ausnahmen bereits ausdrücklich genannt werden. So kann man auch weiterhin in die drei Metrobuslinien an allen Türen ohne Fahrausweiskontrolle einsteigen, weil die Rheinbahn sie wie Straßenbahnen behandelt. Zudem sind alle mobilitätsbehinderten Menschen von der Vorne-Einsteig-Pflicht befreit: Rollstuhlfahrer, Rollatornutzer, Eltern mit Kinderwagen und so weiter.

Und natürlich kann ein Fahrer, der an einer Haltestelle einen ganz großen Pulk wartender Fahrgäste vor sich hat, entscheiden, sie auch hinten reinzulassen. Intern gibt es da klare Vorgaben an die Fahrer, wann, sprich bei welcher Zahl von Passagieren sie das dürfen/ sollen; die Fahrgäste aber brauchen die nicht zu kennen, findet die Rheinbahn.