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Monforts: 177 Jobs zu Grabe getragen

Monforts: 177 Jobs zu Grabe getragen

Die Arbeiter protestieren gegen die Schließung des Werks.

Mönchengladbach. Es riecht nach Fackeln, sie erhellen das Dunkel an der Schwalmstraße. Ungemütlich ist die Stimmung, Trillerpfeifen schrillen.

Die IG Metall und der Betriebsrat der Eisengießerei EGM Automotive — früher Monforts — haben eine Demonstration organisiert, und rund 180 Menschen sind dem Aufruf gefolgt. „Wir sind enttäuscht“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Ahmet Özkan. „Wir hatten große Erwartungen in den Insolvenzverwalter und den Investor. Die wurden komplett enttäuscht.“

Im Demonstrationszug heben Mitarbeiter einen stilisierten Sarg auf ihre Schultern. „177 Arbeitsplätze“ steht darauf. „Die werden jetzt endgültig zu Grabe getragen, wenn die Öfen hier ausgehen“, sagt Özkan. Einige, wie Roman Kurpil, machen bereits beim Arbeitsamt eine Umschulung zum Schweißer. „Ich habe Glück gehabt“, sagt der 52-Jährige. Viele stehen ohne Perspektive da, viele sind Alleinverdiener, haben Frau und Kinder zu ernähren.

„24 Stunden wollen wir hier durchhalten“, sagt Erich Flohberg. „Wir wollen, dass die Gladbacher sehen, dass ein weiteres Traditionsunternehmen den Bach runter geht“, sagt Reimund Strauß von der IG Metall. Im Zug sind viele Kollegen aus anderen Unternehmen. „Bei unserer Insolvenz gab es auch eine riesige Welle der Solidarität“, sagt Peter Müschen, Mitarbeiter von DS Technologie, Rheydt. boe