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Mönchengladbach: Rheydter Campuspark soll auch für Breitensport offen sein

Sportbaustelle in Mönchengladbach : Baggern für die neuen Spielfelder

Noch in 2020 soll auf den beiden neuen Kunstrasen-Feldern im Rheydter Campuspark gekickt werden. Die Bauarbeiten für das 4,6 Millionen Euro teure Projekt schreiten voran. Zuschuss-Verluste drohen der Stadt nicht mehr.

Eine komplette Elf ist noch nicht aufgelaufen, wo die Mannen des RSV Rheydt kickten. Aber immerhin drei Bagger sind derzeit im alten Stadionareal des Klubs in der Offensive. Ihr Spielfeld ist erdbraun, und ihre Partie wird auch noch deutlich länger brauchen als ein Fußballspiel. Denn in 90 Minuten baut man nicht mal eben zwei nagelneue Kunstrasen-Spielfelder nebst Mehrzweckgebäude. Genau das entsteht seit Mai unter der Überschrift „Campuspark“ auf dem Gelände zwischen Jahnplatz, Nordstraße und der Straße Am Gerstacker. 4,6 Millionen Euro kostet das Projekt, und die gute Nachricht, zumindest für den Kämmerer: Die Stadt wird nicht, wie zeitweise zu befürchten war, wegen Verzögerungen auf einen Teil der Mittel verzichten müssen, die der Bund für den Campuspark überweist. Dafür hat die Pandemie gesorgt.

Ursprünglich wollte der Bund nur fördern, was von dem Bauvorhaben bis Ende 2020 fertiggestellt ist. Das wäre ohne die Pandemie wohl nicht alles gewesen, das immerhin 1,6 Millionen Euro teure Multifunktionsgebäude wäre bis zu diesem Termin nicht zu schaffen gewesen. Der Start für die langgehegten Pläne hatte sich über Jahre verzögert – zunächst, weil das Projekt am Ende doch nicht in ein anvisiertes Förderprogramm kam und es daher am Geld mangelte.

Dann gab es zwar eine neue Finanzierungsidee. Doch wegen der großen Arbeitsbelastung der Bau- und Sportverwaltung habe man noch keine Schritte zur Umsetzung unternehmen können, erklärte Sportdezernent Gert Fischer im April 2018 dem Sportausschuss des Stadtrates. Erster Spatenstich war schließlich erst im März 2020. Doch inzwischen sind die Finanzsorgen erst einmal verschwunden. Gefördert wird das Projekt nun auch über Ende 2020 hinaus. „Der Bund hat das Programm wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verlängert“, sagt Sportamtsleiter Harald Weuthen. „Zurzeit sind wir auch im Kostenrahmen.“

Die beiden Kunstrasenplätze – etwa 6000 und 7500 Quadratmeter groß und mit jeweils vier LED-Flutlichtmasten umstellt – sollen noch in diesem Jahr fertig werden. Sie sind nicht nur für den Vereins- und Schulsport reserviert. „Sie stehen auch dem Breitensport offen, das ist vom Fördergeber und der Politik ausdrücklich gewollt“, sagt Weuthen.

Zwischen den beiden Spielfeldern ist das Mehrzweckhaus platziert

Auch optisch soll die von den Planungsbüros Kemper und sowie Thieken und Partner entworfene Anlage offen sein: Die Mauern rechts und links der Tribüne verschwinden, vom Jahnplatz wird der Blick in die Anlage frei. Die Mauer entlang der Nordstraße bleibt, auch wenn es von dort eine Zufahrt zum Gelände geben wird. Die Tribüne mit ihren 800 Sitzplätzen wird ebenfalls erhalten, davor sollen Stehstufen gebaut werden.

Zwischen den beiden Spielfeldern ist das Mehrzweckhaus platziert. „Klinkerfassade und viel Glas“, beschreibt Ellen Neudek, Bauingenieurin in Stadtdiensten das Gebäude, von dem aus beide Spielfelder zu sehen sind. Die Räume können nicht nur von Sportvereinen, sondern auch von anderen Gruppen im Quartier genutzt werden. Fertig wird es voraussichtlich im Sommer kommenden Jahres.

Damit die mit Kork- statt Gummigranulat befüllten Spielfelder und das Multifunktionsgebäude einen ordentlichen Unterbau bekommen, müssen die Bagger fast 15.000 Kubikmeter Erdreich wegräumen. Ein Teil davon wird genutzt, um Wälle rund um die Anlage zu gestalten. Die soll übrigens komplett barrierefrei begehbar sein.

Apropos gehen: Für gut 300 000 Euro wird vom Jahnplatz zur Breite Straße eine neue Wegverbindung geschaffen. Diese beginnt am Eingang des Grenzlandstadions an der Ecke Seminarstraße und führt dann hinter dessen Tribüne vorbei. Diese Verbindung wird auch für Radfahrer stets offen sein, der Zugang von dort ins Grenzlandstadion ist jedoch versperrt, damit man Fußgänger bei Veranstaltungen von Stadionbesuchern trennen kann. LED-Leuchten entlang der Strecke, sagt Andreas Knecht, Sportstättenbau-Experte in Weuthens Fachbereich, sollen verhindern, dass der Weg in den Abend- und Nachtstunden zum Angstraum wird.