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Heimatverein Vorst stellt sein neues Heimatheft im Haus Neersdonk vor

Heimatverein Vorst : Das neue Heimatheft für Vorst ist da

Im Wasserschloss aus dem Jahr 1667 wurde das neue Vorster Heimatheft vorgestellt. Interessante und amüsante Texte sowie viele Bilder erwarten die Leser der inzwischen 85. Ausgabe.

In den Feuerschalen knistern die Holzscheite und werfen flackernde Schatten über den Hof. Im Hintergrund ist das beleuchtete Herrenhaus zu sehen. Der Duft nach Kakao, Kaffee und Plätzchen zieht vor der imposanten Kulisse durch die Luft. Auf den Stehtischen liegt, druckfrisch duftend, das Heft, um das sich an diesem Abend alles dreht: In einem ganz besonderen Ambiente stellte der Heimatverein Vorst 1978 – „Freunde des Vöörschter Platt“ – jetzt die neue Ausgabe seines Heimatheftes vor.

Das Wasserschloss Haus Neersdonk aus dem Jahr 1667 war der Vorstellungsort für das Heimatheft mit der Nummer 85. „Wir haben es uns zur Tradition gemacht, das Heimatheft an dem Ort vorzustellen, der in unserer aktuellen Ausgabe unter der Rubrik ,Firmen und Geschäfte in Vorst‘ präsentiert wird“, sagt Heinz-Josef Köhler. Dabei blickt der Vorsitzende des Heimatvereins auf das 64 Seiten starke Heft, das darauf wartet, von seinen Lesern entdeckt zu werden. Für alle, die bei der Vorstellung vor Ort sind, bedeutet es zunächst einmal, das live vor Ort zu sehen, was auf den Seiten 14 bis 18 mit Text und mehreren Fotos vorgestellt wird: das Leben und Arbeiten auf Haus Neersdonk.

Nach einer kurzen geschichtlichen Reise über das Herrenhaus durch Hermann-Josef Recken übernimmt Sohn Christian Recken die Führung durch den ersten Arbeitsbereich, der das Anwesen prägt. Neben der von ihm vorgestellten Hühnerhaltung in gleich sechs mobilen Hühnerställen und Eiervermarktung ist Matthias Recken für den Bereich der Möbelmanufaktur Recken-Designfactur verantwortlich, während Claudia Recken die Fachfrau für das Heiraten im historischen Ambiente ist. Drei Bereiche, die im Heimatheft nachzulesen sind.

Ansonsten geht es wieder einmal querbeet durch die Historie als auch durch die aktuellen Ereignisse, die in diesem Jahr Vorst ein Stück weit mitgeprägt haben. Die wichtigen Begebenheiten wie das Apfelfest mit Vorstellung der neuen und Verabschiedung der alten Apfelkönigin – wobei hier neben dem Text eine ganze Fotoserie das bestens gelungene Fest widerspiegelt – als auch das 30-jährige Bestehen der Rumänienhilfe Vorst fehlen ebenso wenig wie das neue Kreuz am Gotthardusweg. Die Leser können in die Vorster Schulchronik aus den Jahren 1970/71 eintauchen, wobei gerade die Schulordnung aus diesen Jahren für Schmunzler sorgen wird. Man erlebt den Überfall auf Schloss Neersdonk 1797 mit und kann sich ein Bild davon machen, wie einst beim Schlachtfest das ganze Dorf mitfeierte.

Alte Postkarten als Quellen der lokalgeschichtlichen Forschung, das Ende des Zweiten Weltkrieges in Vorst oder das Leben des Räubers Mathias Weber in den Jahren 1778 bis 1802, vielen besser als „der Fetzer bekannt“: Die Themen sind vielschichtig und gehen in die unterschiedlichsten Bereiche. Rührend zu lesen ist die kurze Geschichte von den drei Briketts. Wer indes das Gedicht vom Fondue verstehen will, der muss im Vorster Platt sattelfest sein, denn Köhler erzählt es auf Plattdeutsch.

„Es ist ein umfangreiches Heft geworden, das es zu lesen lohnt“, hebt Bürgermeister Uwe Leuchtenberg (SPD) beim ersten neugierigen Durchblättern hervor. Köhler spricht indes den Autoren und der Vorster Geschäftswelt seinen Dank aus. „Ich möchte mich bei allen Autoren bedanken, die wieder einmal dazu beigetragen haben, dass ein solch umfangreiches Heimatheft in den Druck gehen konnte. Die Inserate unterstützen unser Heimatheft finanziell und machen damit vieles leichter“, so Köhler.