Ein Schützenfest voller großer Gefühle

Ein Schützenfest voller großer Gefühle

Der Königsoffizier macht einen Heiratsantrag — und ein „Schwatter Junge“ ist nach schwerem Unfall wieder dabei.

Neersen. Schützenkönig Wolfgang Prechtel ist ein Sonnenkönig. Strahlender Sonnenschein und sommerliche Temperaturen bringen ihn, das Regiment und die Neersener so richtig in Schützenfest-Stimmung.

Ein ebenso ernstes wie unerfreuliches Thema sprach am Sonntag im Rahmen des Frühschoppens allerdings Präsident Robert Brintrup an: In Bezug auf die Auseinandersetzungen um den Wahlefeldsaal bezeichnete er die Bruderschaft als Verfolgte. Seine Forderung: „Das Recht der breiten Masse und der Bruderschaft muss zur Geltung kommen.“ Und weiter: „Wir werden alles daransetzen, Politik und Verwaltung auf Trab zu halten.“ Dafür gab es den kräftigen Applaus des gesamten Schützenfestes.

Positive Emotionen waren am Samstagabend im Festzelt hochgekommen: Königsoffizier Stefan Ertzinger hatte seiner langjährigen Lebensgefährtin Ilka Broekmann einen Heiratsantrag gemacht. Karen Mürke, die Schwester der künftigen Braut, war in die Pläne eingeweiht gewesen.

Ein weiterer sehr emotionaler Moment sollte nicht lange auf sich warten lassen: Präsident Robert Brintrup hatte die „Schwatte Junges“ auf die Bühne geholt. Im Mittelpunkt stand Dennis Schmitz. Dass er jetzt mitmarschieren konnte, war nach einem Autounfall im Mai, bei dem er sich schwerste Kopfverletzungen zugezogen hatte, alles andere als selbstverständlich.

Bereits der Freitag war aus Sicht der Schützen super gelaufen: Rund 700 Gäste waren zum „Booster“-Konzert gekommen. Die ebenfalls sehr gut besuchte Serenade wurde unter anderem von einem Alphornbläser-Quartett, dem St. Konrad-Chor vom Grenzweg, den „Tonköpfen“, dem Bundesschützen- und Tambourcorps St. Sebastianus Willich und dem Posaunenchor der Evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde gestaltet worden.

Am Sonntag, beim Gottesdienst im Innenhof des Schlosses, tat sich die Schützenjugend sehr hervor. Sie hatte sogar ein kleines Sprechtheater vorbereitet — einen Dialog über das, was das Schützenwesen ausmacht: „Ist ja gar nicht spießig — kann ich da mitmachen?“, lautete der letzte Satz. Die Altarparade hatte Tambourmajor Daniel Miertz eröffnet.

Die Minister von Jungschützenkönig Jan Vennen schwächelten gestern: Simon Höpfner musste sich nach einer allergischen Reaktion im Krankenhaus behandeln lassen, Timo Kreuels hatte offenbar ein wenig bekömmliches Bier getrunken. Einzelschicksale, die nichts daran ändern können, dass das Schützenfest bis jetzt sehr harmonisch verlief.

Zur perfekten Harmonie gehört auch, dass es heute einen Schützenkönigs-Anwärter geben soll.

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