Viersen: Noch immer sterben massenhaft Bäume ab

Stadt Viersen : Baumsterben in Viersen geht unvermindert weiter

Die Gründe: Rußrindenkrankheit, immer noch zahlreiche Borkenkäfer und Stress.

Der Baumbestand in Viersen schrumpft weiter: Voraussichtlich noch in dieser Woche lässt die Stadt elf weitere Ahornbäume fällen, die Anzeichen der Rußrindenkrankheit aufweisen. Diese führt dazu, dass die Bäume innerhalb kürzester Zeit absterben. Und: Die Sporen des für die Rußrindenkrankheit verantwortlichen Pilzes, die für den Menschen beim Einatmen gefährlich sind, verbreiten sich schnell. Betroffen seien laut Stadtverwaltung Ahornbäume an der von-Hagen-Straße, Dülkener Straße/Aachener Weg, am Hohen Busch und an der Hindenburgstraße.

„Die Lage hat sich weiter
verschärft“, sagt der Stadtförster

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt- und Klimaschutz hatte Stadtförster Rainer Kammann die Mitglieder bereits darüber informiert, dass in nächster Zeit noch Fäll-Aktionen nötig würden. „Die Lage hat sich weiter verschärft“, sagte er. Nicht nur, dass seit einigen Monaten „massenhaft“ Bergahorne abgestorben sind: „Auch die Borkenkäfervermehrung hat leider nicht nachgelassen.“ Seit Sturm Friederike Anfang 2018 auch in Viersen tobte, habe die Stadt rund 140 000 Euro zur Beseitigung von Sturm- und Folgeschäden ausgegeben, berichtete er.

Wegen der lang anhaltenden Dürre im Sommer zeige sich „zunehmend an Buchen, aber auch an anderen Laubbäumen“ eine weitere Problematik, erklärte Kammann: Die Bäume seien so geschwächt und gestresst, dass sie sich auch von noch begrünten Ästen trennen. Noch immer würden Bäume und Pflanzflächen mit Wasser versorgt, dafür hat sich die Verwaltung Unterstützung eines externen Unternehmens geholt.

Kammann, erklärte, dass vor allem da Bäume gefällt würden, wo die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet sei – wo also zum Beispiel ein Ast auf einen Spaziergänger oder ein Stamm auf ein Auto krachen könnte. Wie die Verwaltung mit all den von der Rußrindenkrankheit befallenen Ahornbäumen verfährt, sei noch nicht ganz klar, erzählte der Stadtförster. „Wir reden hier von Hunderten von Bäumen, eine Fällung kostet 120 Euro“, sagte er. Das Problem: Weil die Sporen der Rußrindenkrankheit bei Menschen gesundheitliche Beschwerden hervorrufen können, müssen die Mitarbeiter beim Fällen Spezialkleidung tragen, die Bäume müssen später irgendwie entsorgt werden.

Der Stadtförster kündigte an, dass seine Mitarbeiter und er in Herbst und Winter weiter aufforsten – damit hatten sie im Frühjahr auf den Süchtelner Höhen begonnen. Außerdem bemühe er sich um Landesfördermittel. Für Wegebau und Wiederaufforstung gebe es derzeit aber maximal 15 000 Euro pro Jahr und Kommune.

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