Die Rock-Kultur-Werkstatt in Viersen startet mit neuem Programm

Kultur in Viersen : Rock on, RKW!

Nach einjähriger Pause wird es in der Rock-Kultur-Werkstatt wieder richtig laut.

An der Gerberstraße wird es wieder richtig laut. Pünktlich zum 30-jährigen Bestehen hat sich die Rock-Kultur-Werkstatt (RKW) neu aufgestellt und startet unter dem Motto „RKW reloaded“ mit neuem Programm in den Herbst.

Der neue Vorstand (v.l.): Vorsitzender Tobias Schröfel, Geschäftsführer Markus Möller, Vize-Vorsitzender Michael Hauser. Foto: Max Prell

Ein Jahr Verschnaufpause hatte sich der Verein gegönnt. Die Bands probten unterdessen weiter in der ehemaligen Grundschule. Nur Konzerte und Partys gab es nicht. „Dem Verein war einfach die Puste ausgegangen. Die Arbeit blieb an immer weniger Leuten hängen“, erzählt Ulrich Steinsiepe (30). Er ist der neue Marketingmann des alternativen Kulturzentrums. Tobias Schröfel als Vorsitzender und Markus Möller als Geschäftsführer seien die zentralen Ansprechpartner. Rund 70 Mitglieder hat der Verein.

Stammgast im RKW: die Band Soulbound. Sie ist auch am Samstag bei „Metal Reloaded“ mit von der Partie. Foto: Tobias Schröfel

Das RKW habe sich auch noch einmal klar auf sein Profil besonnen: „Wir stehen klar links. Rechtsrock kommt uns nicht auf die Bühne. Wir wollen gewaltfreie Partys“, sagt Steinsiepe, der im Juni von Castrop-Rauxel nach Viersen gezogen ist. „Mindestens einmal im Monat wollen wir ab jetzt wieder ein Konzert oder eine Party schmeißen.“

Eingangsbereich der Rock-Kultur-Werkstatt an Gerberstraße. Das gründerzeitliche Gebäude war früher eine Grundschule. Foto: Tobias Schröfel, RKW/Tobias Schröfel

Das nächste Konzert am Samstag, 7. September, 21 Uhr, steht im Zeichen von Metalbands. Auch zwei RKW-Klassiker gibt es in Neuauflage: Da ist die Halloween-Party und die etwas andere fünfte Jahreszeit, der Skarneval. „Am 31. Oktober machen wir eine große Feier mit aufwändiger, mexikanisch angehauchter Deko unter dem Motto ,Día de los Muertos’, zu deutsch: Tag der Toten. Das wird schön und morbide“, sagt Steinsiepe. Das Programm des RKW finanziert sich aus der Vermietung der Proberäume, durch den Eintritt bei Events, über die Mitgliedsbeiträge. „Und es gibt noch einen kleinen Förderbeitrag von der Stadt“, erklärt Steinsiepe.

Das RKW zieht aber auch über das Musikprogramm hinaus neue Saiten auf: „Seit etwa einem Jahr gibt es eine Hacker-Space. Dort stehen Rechner, dort treffen sich Programmierer, Bastler und Tüftler. Das Ganze nennt sich ,Local Horst’“, erzählt der RKW-Sprecher. Neu ist auch eine Kooperation mit der Lebenshilfe, ein Selbsthilfeverband für Menschen mit geistiger Behinderung. Mit dem Inklusionsmanager des Projekts „Viersen für alle“, André Sole-Bergers, schaue man, wie die Teilhabe im Einzelnen möglich sei. Gut zehn Proberäume vermietet das RKW derzeit. „Sie sind gut belegt.“ Die Kneipe der Kulturwerkstatt an der Gerberstraße können Privatleute auch für Partys und Jubiläen mieten.

Über 30 Jahre ist das Interesse an Metal-, Ska- und Punk-Musik konstant geblieben. Die Szene hält sich unabhängig von anderen Trends, meint der RWK-Sprecher. Bekanntere Musiker wie Joco, Le Fly und Liedfett haben bereits in Viersen gespielt. Steinsiepe: „Aber wir träumen natürlich alle davon, Die Ärzte ins RKW zu holen.“

(saja )
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