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Heimatverein LObberich protestiert gegen Aus von Gaslaternen

Umstrittene Sparpläne in Nettetal : Heimatverein ist gegen Abschaltung

Im Auftrag der Stadt werden die Stadtwerke Nettetal die historischen 17 Gasleuchten in Lobberich abschalten. Das sorgt für Protest vom Heimatverein.

(busch-) Im Auftrag der Stadt werden die Stadtwerke Nettetal die historische Gasbeleuchtung, 17 Leuchten in Lobberich, ausschalten. Bis Donnerstag, 15. September, sollen die Gaslaternen vom Netz gehen. Pro Jahr können damit rund 80 000 Kilowattstunden Erdgas eingespart werden. Das sorgt für Protest in Lobberich.

Die Stadt Nettetal und die Stadtwerke Nettetal wollen mit der Abschaltung auf die Verknappung von Erdgas reagieren. Vor dem Hintergrund der drohenden Energiekrise suchen beide Einsparmöglichkeiten. Geprüft wird jetzt noch, wie man in Schulen, Hallen und ähnlichen Gebäuden sparen kann.

Ralf Schmeink, Vorsitzender des Heimatvereins Lobberich, ist empört – zumal die Gasleuchten erst vor fünf Jahren aufwendig saniert worden. Bereits damals hatten Anwohner für die Laternen, ähnliche gibt es noch in der Landeshauptstadt Düsseldorf, gekämpft; die CDU hatte eine Bürgerversammlung organisiert.

Schmeink meint: „Die 17 Laternen stellen ein Alleinstellungsmerkmal dar, das Lobberich weltweit einmalig macht. Es gibt keine einzige Kleinstadt unter 15 000 Einwohnern mit authentischem Gaslicht.“ Kein energieintensives Hallenbad und auch kein kleines Theater mit noch so großen Gästen werde je Nettetal kulturell in ähnlicher Weise auf die Weltkarte setzen. Wenn nun aber, um irgendwas zu machen, das kulturelle Erbe abgerissen werde, das zudem keine andere Kleinstadt auf dieser Welt habe, habe das keinen kurzfristigen nennenswerten Effekt: „Es ist eine kurzsichtige Symbolpolitik.“ Zudem würden mit viel Aufwand lediglich 17 Kleinverbraucher abgeklemmt.

Was die Stadt außerdem plant: Bis Ende des Jahres werden mehr als 5000 ältere Leuchtmittel durch LED-Lampen ersetzt. Damit sind 82 Prozent der Straßenbeleuchtung in Nettetal auf LED umgestellt. Durch die energieeffizienten Leuchtmittel und weitere Maßnahmen können bis zu 40 Prozent Energie gespart werden. Das sieht ein Vertrag zwischen Stadt und Stadtwerken von 2019 vor. „Unser Ziel ist es, einen weitreichenden Beitrag zum Umweltschutz und zu den Energiesparzielen der Bundesregierung zu leisten“, so Bürgermeister Christian Küsters (Grüne). Seit 1. September ist die neue Verordnung der Bundesregierung in Kraft. Das Sparziel liegt bei 20 Prozent weniger Energie. Norbert Dieling, Geschäftsführer der Stadtwerke Nettetal, sagt dazu: „Wir erproben aktuell zwei Systeme zur bedarfsorientierten und von der Verkehrsdichte abhängige Steuerungen in der Straßenbeleuchtung.“ Dadurch würden die Leuchten sparsamer und reduzierten Lichtverschmutzung.