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Kempen: SV Thomasstadt: Entlastung ist durch

Kempen : SV Thomasstadt: Entlastung ist durch

Nach der Chaos-Sitzung im September ging es nun ruhiger zu bei der Versammlung.

Kempen. Der Vorstand des SV Thomasstadt war extra ins St. Huberter Forum ausgewichen, da sich die Chaos-Sitzung vom September des vergangenen Jahres nicht wiederholen sollte. Damals, als sich Ulrich Klering mit 101:85-Stimmen gegen Markus Haeßl als neuer Vorsitzende durchsetzte, musste der Verein gar nach draußen vor das Vereinsheim an der Berliner Allee ausweichen, weil innen kein Platz mehr war. Bei der Versammlung im September war der alte Vorstand für 2013 und 2014 nicht entlastet worden. Dies wurde jetzt bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ohne einen Widerspruch nachgeholt.

Nach etwa einer halben Stunde war alles vorbei. Nur 41 Mitglieder waren gekommen. Die meiste Zeit wurde benötigt, um die genaue Zahl der Wahlberechtigten festzustellen. Kritische Stimmen gab es nicht. „Aus beruflichen Gründen“ fehlte der ehemalige Kassenwart Stefan Leppkes, der im September 2015 unter anderem von einer chaotischen Vorstandsarbeit und von einer großen Kraftanstrengung gesprochen hatte, an alle Abrechnungen und Belege zu kommen. Leppkes kandidierte darauf hin nicht mehr.

Neuer Hauptkassenwart war Rudolf Nopper geworden. Und Nopper verlas den schriftlichen Bericht von Stefan Leppkes, der für die Jahre 2013 und 2014 mit einem Plus von einigen tausend Euro abschloss. Die Kassenprüfer Andreas Keens und Rasmus Drescher bescheinigten eine einwandfreie Führung der Finanzen.

36 Stimmkarten gingen nun für eine Entlastung hoch. Es gab zwei Enthaltungen; drei neue Vorständler durften nicht mitwählen, da sie bereits dem damaligen Führungsteam angehört hatten: Ulrich Klering, Manfred Schubert und Jugendobmann Gennaro Basile.

Unter den Enthaltungen war auch Anwalt Frank Winkler. „Zu dem Zeitpunkt war ich noch kein Mitglied, also konnte ich über die Vorjahre nichts sagen“, meinte Winkler, der dem Verein im Frühsommer 2015 beitrat und zugab, dass es bei der Versammlung im September „doch sehr unorganisiert zuging“.

Jedenfalls zeigten sich Klering und Winkler zuversichtlich, dass in Kürze der damals gewählte neue Vorstand in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Krefeld eingetragen werde.

Mehr Klarheit herrscht möglicherweise schon am Montag. Bis zum 18. April hat das Amtsgericht Franz-Josef Schmitz eine Frist gesetzt. Der Vorsitzende des Fördervereins, der mit dem Ablauf der Wahlen nicht einverstanden ist und dem amtierenden Vorstand sein Vertrauen entzogen hat, soll sich bis dahin äußern, ob er die „Wahlbeschlüsse der Mitgliederversammlung“ akzeptiert oder möglicherweise eine Klage vor einem Zivilgericht in Erwägung zieht. Dies geht aus einem Schreiben des Gerichts vor, das der WZ vorliegt.

Am Freitagnachmittag erklärte Schmitz, dass er wahrscheinlich vom zivilrechtlichen Weg absehen wird. Nichtsdestotrotz sind die Fronten zwischen ihm und dem amtierenden Vorstand verhärtet. Schmitz ist weiterhin der Meinung, dass die Vorgänge rund um die Wahl von Klering nicht ordnungsgemäß waren. Schon vor der Wahl hätten Mitglieder die Versammlung verlassen. Gegenüber Schmitz hätten sogar der 2. Vorsitzende Michael Beenen und Hauptkassierer Nopper am 15. Februar 2016 bestätigt, dass „12 bis 15 Mitglieder arbeitsbedingt vor dem ersten Wahlgang zum 1. Vorsitzenden die Versammlung verlassen haben“. Dies hat Schmitz dem Amtsgericht mitgeteilt.

Darauf wiederum hat der Vorstand über Anwalt Winkler reagiert. „Die Herren Michael Beenen und Rudolf Nopper bestreiten ausdrücklich, eine solche Aussage getätigt zu haben“, schreibt Winkler ans Gericht. „Insgesamt sind die Einwände von Herrn Schmitz, der als Letzter überhaupt noch gegen die Wahl des neuen Vorstandes auf der Mitgliederversammlung opponiert, unzutreffend und unbeachtlich.“