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Kempen: Naherholungsgebiet ist vom Tisch

Kempen : Naherholungsgebiet ist vom Tisch

Die Umsetzung am Königshütte-See zwischen Kempen und St. Hubert ist der Stadt zu teuer.

Kempen/St. Hubert. Das von der Stadt angedachte Naherholungsgebiet am Königshütte-See ist vorerst gestorben. In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Klimaschutz (UPK) am 25. April wird Dezernent Stephan Kahl den Fraktionen mitteilen, dass das Projekt nicht umgesetzt werden kann. „Die Verwaltung kommt zu der Einschätzung, im Rahmen der vorgenannten Bedingungen die geplante Freiraum- und Nutzungskonzeption nicht realisieren zu können.“

Zu diesem Ergebnis kommt die Stadt nach der Machbarkeitsstudie des Bonner Büros RMP, das im September 2013 den Auftrag zur Erkundung des Gebietes bekommen hatte. Parallel hat die Stadt nach eigenen Angaben mit den Grundstückseigentümern rund um den ehemaligen Baggersee erörtert, ob eine Umnutzung zu einem Naherholungs- und Naturschutzgebiet möglich ist. Allen voran ist damit die Firma Klösters gemeint, die bis Ende 2012 in diesem Gebiet Auskiesung betrieben hat.

Der Grund dafür, dass die Verwaltung das Projekt nun zu den Akten legt, sind die zu hohen Kosten. Aus der Verwaltungsvorlage für den Ausschuss am 25. April geht hervor, dass für die Herstellung eines Freizeitareals für Spaziergänger und Radler rund 840 000 Euro veranschlagt werden. Ein optionaler Fitness-Parcours würde weitere 45 000 Euro kosten. Die Schätzung für die jährliche Unterhaltung liegt zwischen 60 000 und 150 000 Euro.

Die größte Unsicherheit für die Stadt sind aber die Kosten für den Kauf der Grundstücke. Die Eigentümer hätten zwar signalisiert, an der Umsetzung mitwirken zu wollen. Allerdings werde „der Grunderwerb durch die Stadt Kempen vorausgesetzt“. Ferner sollte die öffentliche Hand „sämtliche Lasten zum Ausbau und zur Unterhaltung sowie zur Verkehrssicherung übernehmen“. Über Details — sprich: konkrete Summen — hat die Stadt Kempen nach eigenen Angaben gar nicht mit Klösters und den anderen Eigentümern gesprochen.

„Es fällt zwar schwer, auf ein attraktives, öffentliches Freizeitgelände derzeit am Königshütte-See verzichten zu müssen. Die damit verbundenen finanziellen Aufwendungen und sonstigen Lasten können von der Stadt Kempen jedoch nicht getragen werden“, heißt es in der Vorlage zur Sitzung.

Bleibt die Hoffnung, dass das Areal zur Planung einer neuen Sportanlage in Erwägung gezogen wird. Dies hatten die Fraktionen bereits hinter verschlossenen Türen beraten — von der SPD wurde es an die Öffentlichkeit gebracht. Es ist laut Stadt nicht auszuschließen, dass auf diesem Wege „Realisierungsperspektiven eröffnet werden können“.

Und dann ist da noch die Frage nach einem Hotel am Nord-Ost-Ufer des Sees, das sich Stadtspitze und vor allem die CDU wünschen. Eine konkrete Antwort darauf gibt es derzeit nicht: „Über die bei den Grundstückseigentümern bestehenden Absichten zum Bau eines Hotels hat die Stadt Kempen derzeit keine abschließenden Erkenntnisse:“