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Gymnasium Langenberg: „Schule mit Augenmaß und Menschlichkeit“

Gymnasium Langenberg: „Schule mit Augenmaß und Menschlichkeit“

300 Jahr Gymnasium Langenberg: Das muss gefeiert werden — mit einem lebendigen und beeindruckenden Festakt

Langenberg. Die Aula des städtischen Gymnasiums Langenberg ist pickepacke voll. Dichtgedrängt sitzen und stehen Schüler, Eltern, Lehrer, Offizielle und geladene Gäste, um der Dinge zu harren, die da kommen.

Letzte Vorbereitungen werden noch schnell getroffen: Hier wird ein Stuhl auf der Bühne platziert, dort murmelt eine als Direktor verkleidete Schülerin ihren Text wie eine Beschwörungsformel vor sich hin. Festlich ist die Stimmung und gespannt. Und dann geht er los, der offizielle Festakt zum mehr als 300-jährigen Bestehen des Gymnasiums Velbert-Langenberg.

Schulleiter Axel Plitsch betritt die Bühne und sorgt gleich für die erste Überraschung: „Ich hatte eine Rede vorbereitet. Aber irgendwie ist mir jetzt nicht mehr danach.“ Den Raum auf der Bühne möchte er lieber seinen Schülern überlassen — und die übernehmen mit Bravour.

Nach einem einführenden Lied des Pausenchores nach altbekannter Melodie („Kein schöner Land“) mit neuem Text wird die Geschichte der Schule auf der Bühne lebendig, szenisch dargestellt von den Schülern der Klasse 8b und dem Projektkurs Theaterpraxis der Jahrgangsstufe 12 und Q1.

Besser, als jede Rede es könnte, erwecken die Jugendlichen Historisches zum Leben: von den Anfängen bis zum Heute. Dabei setzen sie sich auch durchaus kritisch mit der eigenen Vergangenheit auseinander, wie zum Beispiel den Lerninhalten zur Zeit des Dritten Reichs. Aber auch humorvolle Augenblicke dürfen nicht fehlen: Wenn die Lehrer in den frühen Jahren des 18. Jahrhunderts über die Aufsässigkeit der Jugend stöhnen, dann kann sich so manch ein Zuschauer das Lachen nicht verkneifen. „Stimmt — so viel anders sind die heute auch nicht, als wir früher“, flüstert eine Zuschauerin ihrem Mann zu.

Mit donnerndem Applaus und Jubelrufen werden die jungen Darsteller von der Bühne verabschiedet. Und man spürt wieder diesen speziellen Geist, der an dieser Schule herrscht: Ein Miteinander und Füreinander, das heutzutage nur selten an Schulen zu finden ist, zumal an städtischen. Auch Dezernentin Juliane Krüger würdigt das in ihrer Rede: „Sehr viel Menschlichkeit, Augenmaß und Blick für das Wesentliche prägen hier die Atmosphäre. Vertrautheit und Vertrauen prägen den Charakter dieser Schule.“

Nach der fast schon obligatorischen Aufführung des Tanztheaters der choreografischen Werkstatt sorgt Bürgermeister Stefan Freitag dann für die nächste große Überraschung: Er schließt sich dem Schulleiter an und verzichtet auf seine Rede. So kann das Publikum nach dem hervorragendem Programm direkt zur feierlichen Eröffnung der Mensa übergehen.