Gemeinsames Fest verbindet Konfessionen

Nach einem ökumenischen Gottesdienst boten die Gemeinden Programm für die ganze Familie.

Tönisheide. König Fußball und die Vorfreude auf das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft im fernen Mexiko beherrschte auch die Kirche. „Keiner steht im Abseits, es stellt auch keiner Abseitsfallen“, betonte gestern Pfarrer Wolfhard Günther in seiner Predigt. Der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Tönisheide feierte zusammen mit dem Franziskanerpater Bruder Jakobus von der katholischen Pfarrei „Maria, Königin des Friedens“ auf dem Kirchplatz einen ökumenischen Gottesdienst.

Es sangen Chöre der beiden Gemeinden, rund 300 Menschen kamen, um das Verbindende unter den Konfessionen zu suchen. „Paulus hat an seine Gemeinde geschrieben: ‘Ihr alle seid Kinder Gottes und gehört zusammen“, brachte der Prediger die Ökumene auf den Punkt. In diesem Sinne wurde nach dem Gottesdienst fröhlich zusammen gefeiert und gegessen.

Hans-Georg Berenwinkel, Vorsitzender des Presbyteriums

Der evangelische Pastor tauschte Talar und Kanzel mit der Schürze und Fritteuse - die „Pastoren-Pommes“ sind jedes Jahr der Renner. Nebenan grillte die Katholische Arbeitnehmerbewegung herzhafte Steaks, für die süßen Naschkatzen gab es ein riesiges Küchenbuffet, bestückt von den Hausfrauen beider Gemeinden. „Die Erdbeerkuchen und Donauwellen gehen als Erstes weg“, wussten die Damen hinter der Theke. Wer seinen Nationalstolz angesichts der Weltmeisterschaft zeigen wollte, der nahm ein Stück von dem festen Kuchen, der mit schwarzen, roten und gelben Schokolinsen verziert war. Damit bei den Kindern keine Langeweile aufkommen konnte, gab es ein großes Angebot: Der CVJM lud zum Erbsenschlagen und Toben auf der Hüpfburg ein. Nebenan bastelten die Pfadfinder Insektenhotels, die Katholische Frauengemeinschaft schminkte pausenlos Kindergesichter.

Ein Zeichen für gelebte und praktische Ökumene ist das Familienzentrum, an dessen Stand mit Federn verzierte indianische Wurfbälle anfertigt wurden. „Ökumenisch heißt auch, dass die Vereine mitmachen“, ist Presbyteriumsvorsitzender Hans-Georg Berenwinkel, überzeugt.

„Die Feuerwehr unterhält die Kinder mit einem Wasserspiel, stellt ihr Löschfahrzeug vor und zapft im Bierwagen, das Deutsche Rote Kreuz stellt nicht nur Tische, Bänke und Zelte zur Verfügung, sondern kümmert sich auch die Sanitätswache.“