Keine Angst vor der Darmspiegelung

Darmkrebs: Die Spezialisten Katja Staade und Alexis Müller-Marbach informieren am Klinikum über Vorbeugung und Heilung.

Velbert. Schock, Niedergeschlagenheit und Aggression sind die typischen Reaktionen auf die Diagnose „Darmkrebs“. „Was soll ich tun?“, „Wie geht es weiter?“, sind oft die ersten Fragen der Betroffenen. Im nächsten Medizinforum des Helios Klinikums Niederberg werden Dr. Katja Staade und Dr. Alexis Müller-Marbach das Thema am Dienstag, 19. Juni, ab 18 Uhr näher beleuchten und über die minimalinvasiven Methoden zur Vorbeugung und Heilung informieren. Die Teilnahme an der Veranstaltung im Sitzungszimmer II ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland fast 63 000 Menschen an Darmkrebs. Der wird zusammengefasst aus Erkrankungen des Dickdarms und des Mastdarms, von denen Frauen und Männer gleich oft betroffen sind. „Darmkrebs gehört in der gesamten westlichen Welt, zu den häufigsten bösartigen Tumoren. Unter den Voraussetzungen einer frühen Diagnose und, dass sich die Krankheit nicht auf andere Organe ausgebreitet hat, beträgt die Heilungschance 90 bis 100 Prozent. Zudem kann man durch Vorsorgemaßnahmen selbst Einfluss auf die Entstehung nehmen, da die Vorläufer von bösartigen Tumoren zu 90 Prozent zunächst gutartige Veränderungen, so genannte Polypen sind“, sagt Dr. Katja Staade, Chefärztin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Haus an der Robert-Koch-Straße.

Studien besagen, dass auch der Lebensstil für die Entstehung des Dickdarmkrebses eine wichtige Rolle spielt, denn regelmäßige körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährungsweise wirken der Entstehung vieler Krebsarten entgegen. Auch bei einer bereits erfolgten Erkrankung kann der Lebensstil den weiteren Gesundheitsverlauf maßgeblich beeinflussen. Große Mengen an tierischem Fett und wenig Getreide, Obst und Gemüse begünstigen die Entstehung von Darmkrebs. Zudem sind Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und starker Alkoholkonsum Faktoren, die Krebs begünstigen.

Für Patienten, die keine familiäre Vorbelastung für Darmkrebs und auch kein erhöhtes Risiko aufgrund einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung haben, wird die Darmkrebsvorsorge ab dem 50. Lebensjahr empfohlen. Die Vorsorge beinhaltet den jährlich durchgeführten Stuhltest auf verstecktes Blut sowie die Austastung des Enddarms. Ab einem Alter von 55 wird zusätzlich eine Darmspiegelung als Vorsorge bezahlt, welche bei unauffälligem Befund nach spätestens zehn Jahren wiederholt werden sollte.

Zur Behandlungsmöglichkeit erklärt Alexis Müller-Marbach, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Palliativmedizin: „Aus der Auswertung aller Untersuchungsbefunde, ergibt sich, welche Therapien am sinnvollsten für den Patienten ist. Zudem werden unterstützend zur Operation, entsprechend des vorliegenden Krankheitsstadiums, Chemotherapie, Bestrahlung und Kombinationen aus diesen Therapieverfahren angewendet.“ In den frühen Tumorstadien sei eine OP ausreichend, um eine vollständige Heilung zu erzielen. In den höheren Stadien seien meist zusätzliche Therapiemaßnahmen notwendig. HBA