Der Dom wird im Jubiläumsjahr verhüllt

Das Dach des monumentalen Bauwerks bedarf einer Sanierung. Ein Problem stellt derzeit noch die Finanzierung des Vorhabens dar.

Neviges. Nachdem im vergangenen Jahr ein erster Dachabschnitt des Mariendoms über der Sakramentskapelle instand gesetzt wurde, will Erzdiözesan-Baumeister Martin Struck über die Wintermonate sehen, wie sich das innovative Verfahren bewährt. Wenn im kommenden Jahr die Wallfahrtskirche das 50-jährige Bestehen feiert, werden Teile des monumentalen Bauwerks des Kölner Architekten Gottfried Böhm eingerüstet sein. „Es wird stückchenweise vorangehen“, kündigt der oberste Konservator der Erzdiözese Köln in einem Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung an.

Martin Struck, Erzdiözesan-Baumeister, über die Dachsanierung des Mariendoms

„Noch ist die Finanzierung ein Problem. Sobald die gesichert ist, soll der zweite Bauabschnitt ausgeschrieben werden, so dass die Arbeiten im kommenden Frühjahr fortgesetzt werden können. Der Aufwand für die Carbon-Beton-Beschichtung ist doch erheblich höher, als zuvor kalkuliert“, stellt Struck fest.

Vor allem sieht der Erzdiözesan-Baumeister ein logistisches Problem bei den Arbeiten: „Bei einer Gesamtdachfläche von 2700 Quadratmetern können immer nur 300 Quadratmeter beschichtet werden.“ Ob ein großer Baukran auf der Löher Straße tatsächlich viel Geld und Zeit sparen würde, wie Struck im März vor dem Förderverein Nevigeser Wallfahrtsstätten spekulierte, bleibt abzuwarten. „Die eine Firma meint, das sei von Vorteil, die andere sagt, das bringt nicht viel. Da werden wir die Ergebnisse der Ausschreibung abwarten müssen. Die Arbeiten können nur fortgeführt werden, wenn die öffentlichen Fördermittel bewilligt sind“, sagte der Erzdiözesan-Baumeister.

Immerhin hat sich das neuartige Verfahren bewährt, auch optisch. „Die bereits sanierte Stelle ist zwar jetzt viel heller als das übrige Dach, das wird aber mit der Zeit verwittern und Patina bekommen“, weiß der Baufachmann aus Erfahrung. „Auch der Innenraum des Mariendoms hätte es mal sehr nötig, dass er gesäubert würde. Der Ruß der Kerzen, die in den vergangenen 50 Jahren im Mariendom abgebrannt wurden, haben ihre Spuren hinterlassen. Aber das wäre ein Riesenaufwand mit vielen Gerüsten. Das ist ein Wunschtraum, denn Geld ist dafür nicht da, das müsste man erst einmal bekommen.“

Das weitere Vorgehen bei der Dachsanierung möchte der Dombaumeister mit dem Wallfahrtsleiter abstimmen, wenn es so weit ist. Die Arbeiten am Dach sollen die Feierlichkeiten möglichst wenig stören. „Bis jetzt hat sich Herr Struck bei mir noch nicht gemeldet“, sagt Frank Krampf. „Von Mai bis Mitte November wird es ein Programm zum Jubiläum der Kirche geben, darunter ganz besondere Höhepunkte“, kündigt der Franziskanerpater an, der die anstehenden Arbeiten ganz pragmatisch sieht: „Wenn da was getan werden muss, dann wird da eben gearbeitet. Das Jubiläum darf die Dachsanierung nicht beeinträchtigen.“ Der Theologe stellt eine Parallele zum Leben fest und bemerkt: „Kirche und Glaube sind auch Baustellen, es wird nie fertig. Wir werden mit der Baustelle an der Kirche leben müssen.“

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