Schnell fahren allein genügt nicht

Deutschlands beste Kart-Fahrer treffen sich am kommenden Wochenende am Paul-Ludowigs-Haus. Der KSC Wülfrath veranstaltet den Wettbewerb.

Wülfrath. Vor drei Jahren hatte der Kartsport-Club (KSC) Wülfrath im ADAC eine Kart-Slalom-Landesmeistschaft für die besten Fahrer aus NRW veranstaltet, am kommenden Wochenende geht es noch eine Ebene höher: Auf dem Parkplatz am Paul-Ludowigs-Haus werden die Deutschen Kart-Slalom-Meisterschaften veranstaltet. „Wir erwarten rund 160 Teilnehmer sowie Angehörige, Betreuer und Gäste“, sagt Ulf Herfurth, erster Vorsitzender des Kartsport-Clubs Wülfrath. Mit 500 bis 600 Besuchern wird dann an der Strecke gerechnet. Großer Bahnhof also für den 1991 gegründeten Verein, der derzeit 45 Mitglieder — davon 16 aktive Fahrer im Alter von acht bis 18 Jahren — hat.

Leider habe sich in diesem Jahr kein Wülfrather Fahrer für die deutsche Meisterschaft qualifiziert, bedauert Herfurth. So bleibt den lokalen Kart-Fahrern am Wochenende nur die Möglichkeit, bei den startenden Altersgenossen zu schauen, was die so drauf haben, und sich etwas inspirieren zu lassen. Traditionell seien die Starter aus NRW und die Teilnehmer aus Bayern und Baden-Württemberg für die Siege favorisiert, berichtet Herfurth.

Gestartet wird in fünf Altersklassen (K 1 bis K 5), auf der Strecke geht es um Geschicklichkeit und Geschwindigkeit. So müssen die Fahrer unter anderem einen Abschnitt absolvieren, der die Form einer Brezel hat. „Alle zehn Meter wartet auf die Fahrer eine neue Aufgabe — dadurch wird die Motorik der Kinder geprägt“, sagt Herfurth. Jeder Fahrer muss vier Wertungsläufe absolvieren, hinzukommen zwei Trainingsläufe. Auch die Gestaltung des Parcours stellt hohe Anforderungen an die jungen Fahrer. Die Strecke auf dem Parkplatz wird mit Pylonen abgesteckt, die eine Spurbreite von 1,65 Meter lassen. Das Kart hat eine Breite von 1,30 Metern: Für die jungen Fahrer bleiben also insgesamt nur 35 Zentimeter Platz auf beiden Seiten. Die Strecke wird übrigens nicht von dem Verein verantwortet, sondern von einem neutralen Schiedsgericht aufgebaut.

Bis zu 75 Stundenkilometer schnell kann so ein mit einem Vierzylinder-Motor ausgestattetes Kart werden, die Fahrtzeiten sind, gerade im Vergleich zum großen Motorsport, kurz. „Ein Durchgang dürfte am Samstag nach etwa 35 Sekunden zu Ende sein, am Sonntag sind es dann etwa 28 Sekunden“, schätzt Herfurth. Zu der Veranstaltung wird auch Bürgermeisterin Claudia Panke erwartet. Zudem hat sich auch Besuch aus der Landeshauptstadt angesagt: Zur Eröffnung am Samstag begrüßt die NRW-Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz, die Teilnehmer.

Für den KSC Wülfrath ist die Deutsche Meisterschaft zugleich Abschluss der diesjährigen Saison — zum Herbst werden die fünf Karts des Vereins noch einmal auf ihren technischen Zustand gecheckt und dann eingelagert. „Unsere Saison dauert von März bis Oktober“, erklärt Herfurth. Zwischen 14 und 16 Läufe müssen pro Jahr in den regionalen Meisterschaften absolviert werden. Das sei sehr aufwendig für die Kinder und Jugendlichen sowie die sie unterstützenden Eltern. „Das heißt, man ist fast jedes Wochenende unterwegs“, sagt Herfurth, dessen Sohn Lucas in der Klasse der Ältesten (K 5, Jahrgänge 1999 bis 2001) startet. Er war in den vergangenen zehn Jahren der erfolgreichste Fahrer des KSC und gewann allein neunmal die Meisterschaft im Jugend-Kart-Slalom im Bereich Nordrhein Nord.

Herfurth räumt allerdings ein, dass die große Zeit der Motorsportbegeisterung in der Gesellschaft mittlerweile vorbei ist. „Dennoch haben wir momentan keine Nachwuchsprobleme“, sagt er. Jungen und Mädchen, die Interesse am Einstieg in den Motorsport haben, seien gleichwohl willkommen — auch weil einige ältere Fahrer mittlerweile ausgeschieden seien, ergänzt Herfurth. Kinder ab sieben Jahre könnten gerne einmal beim KSC vorbeikommen und zwei bis drei Trainingseinheiten zur Probe absolvieren, bietet er an.

Angst davor, dass das Hobby Motorsport zu teuer für den Geldbeutel von Mama und Papa wird, ist nach Angaben des Vereinsvorsitzenden unbegründet. Die Karts (Kostenpunkt etwa 4500 Euro) werden vom Verein gestellt, bei den Wettkämpfen stellt der ADAC Nordrhein-Westfalen die Gefährte zur Verfügung.