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Lintorf. Awo startet wieder durch

Ratingen : Awo Angerland lädt Bürger zu Kursen ein

Für den Verband ein Spagat zwischen dem Schutz vor sozialer Vereinsamung und dem Schutz der Gesundheit.

Die derzeitige allgegenwärtigen Lockerungen und Aufhebungen von Einschränkungen werden bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) mit gemischten Gefühlen betrachtet. Zum einen scharren vor allem die regelmäßigen Besucher mit den Hufen und möchten endlich wieder „unter Leute kommen“, zum anderen ist man jedoch besorgt, ob dieses vielleicht nicht doch zu früh ist. Der Spagat zwischen dem Schutz vor sozialer Vereinsamung, eine der Hauptaufgaben der Awo, und dem Schutz der Gesundheit der Gäste aber auch der vielen ehrenamtlichen Helfer, die aufgrund der Altersstruktur besonders gefährdet sind, ist nicht einfach. Unter Einbeziehung der Empfehlungen der Liga der Wohlfahrtsverbände hat die Awo Angerland daher ein Wiedereinstiegskonzept erarbeitet. Es ist also wieder geöffnet. Aber auch wenn die Gäste die gleichen sind wie vor dem Lockdown, so ist doch einiges anders.

„Wir starten bei uns im Treff zunächst einmal nur mit unseren Bildungsangeboten, natürlich unter Einhaltung der Abstände und Hygienemaßnahmen“, sagte Max Kompalik, Vorsitzender der Awo Angerland. Es wird darauf geachtet, dass die maximale Besucheranzahl nicht überschritten wird, die Tische wegen der Abstandsregeln auf eine besondere Art aufgestellt werden, und Pfeile auf dem Boden die Laufrichtung markieren. Ein Betreten des Treffs ist nur mit Mund-Nasen-Schutz und Händedesinfektion im Eingangsbereich gestattet (nur wenn man am Tisch sitzt, darf die Maske abgenommen werden). Vor Corona schaute man nicht ganz so genau auf die Uhr, wenn es auf das Unterrichtsende zuging. „Das ist derzeit nicht möglich. Die Unterrichtszeiten müssen genau eingehalten werden, damit ausreichend Zeit bleibt, um ausgiebig zwischen den einzelnen Kursen zu lüften und alles zu desinfizieren“, erklärte Sabine Kempken, die seitens der Awo Angerland gemeinsam mit Kollegin Tatjana Karategin das Wiedereinstiegskonzept erarbeitet hat.

Und wie sehen es die Kursteilnehmer? „Natürlich sind die strengen Corona-Richtlinien etwas nervig, aber sie sind notwendig, um einen sicheren Unterricht zu gewährleisten. Wir alle haben uns sehr gefreut, dass wir unseren Sprachkurs nach langer Pause fortsetzen konnten. Dafür muss man bereit sein, kleinere Einschränkungen in Kauf zu nehmen – zumal sie der eigenen Sicherheit dienen”, meint Ariane Zschernitz. Nach und nach werden auch wieder Kleingruppen von bis zu zehn Personen in den Treff eingeladen, um gemeinsam über weitere Vorgehensweisen zu reden. Da auch bei der Ausgabe von Getränken die Hygiene- und Abstandsregeln gelten, werden diese nur von den Mitarbeitern der Begegnungsstätte ausgegeben. Außerdem werden wieder einmal im Monat Radtouren und Wanderungen angeboten.

(MvK)