Ratingen : Freigabe für Bechemer Carré

Die Genehmigung seitens der Stadt ist erteilt: Ende 2020/Anfang 2021 soll es mit den Arbeiten losgehen.

Die Tage einer der markantesten Brachflächen im Innenstadt-Bereich sind wohl gezählt. Das Bechemer Carré soll endlich gebaut werden. „Die heiß ersehnte Baugenehmigung für unser Projekt in Ratingen liegt vor. Am Stadtgarten werden nun 46 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von über 3500 Quadratmeter entstehen. Derzeit erarbeiten wir gemeinsam mit einem Architekturbüro und weiteren Fachplanern die Ausführungsplanung und hoffen, voraussichtlich Ende 2020/Anfang 2021 den ersten Spatenstich vornehmen zu können“, sagte Juan Carlos Pulido, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft (WG) Essen-Nord, auf der Internetseite des Unternehmens.

Nicht wenige Bürger, vor allem die, die in der Innenstadt wohnen, wollen seit langer Zeit wissen, wie es mit dem Bechemer Carré weitergeht. Das Areal an der Ecke Bechemer Straße/ Europaring war vor vielen Monaten freigeräumt worden. Dann tat sich nichts mehr. Doch es werde sich bald was tun, versicherte damals Jochen Kral, der Technische Beigeordnete. Wenige, aber eben nicht unwichtige Fragen habe man noch klären müssen.

Der Planungsdezernent ging davon aus, dass ab dem Herbst gebaut werden kann. Der Zeitplan verzögere sich um einige Monate, meinte er. Die wichtigste Botschaft: Das Projekt droht nicht zu scheitern. Es kommt – nur eben später. Das Ganze gibt es bisher auf jeden Fall als Modell. Und es zeichnet sich ab, dass das neue Bechemer Carré zum großen Blickfang wird. Die Stelle (nur fünf Minuten vom Marktplatz entfernt) ist attraktiv – trotz des nicht unerheblichen Verkehrs. Planer, Investor und Stadt waren bei der Vorstellung vor mehr als einem Jahr höchst zufrieden mit den Planungen.

„Es ist uns als Genossenschaft besonders wichtig, Wohnraum zu schaffen, der nicht nur eine Klientel bedient, sondern Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Lebenssituationen zusammenzubringt“, erklärte Pulido anlässlich der Präsentation der Pläne.

Das Gebäude werde seinen zukünftigen Bewohnern attraktive Wohneinheiten bieten. Die Größe variiere dabei zwischen 50 und 120 Quadratmetern – es kann sich um eine kleine Single-Wohnung im Erdgeschoss oder beispielsweise um eines der vier jeweils zweigeschossigen Stadthäusern handeln, die in den Baukörper integriert sind. Die Ausstattung der Wohnungen werde wertig sein und mit Blick auf die Kaltmiete deutlich unter Ratinger Spitzensätzen liegen, hieß es.

Die Mieten sollen langfristig
stabil gehalten werden

Zudem profitierten zukünftige Bewohner vom genossenschaftlichen Grundsatz, Mieten langfristig stabil zu halten. „Die Miete wird von Jahr zu Jahr sogar attraktiver, betrachtet man die Mietpreissteigerungen im Umfeld. Gerade durch die Zusammenarbeit mit Essen-Nord können wir Menschen nachhaltigen und beständigen Lebensraum bieten. Das war eines unserer Ziele“, betonte Kral.

Zu allen Wohneinheiten gehören Pkw-Stellplätze in derselben Anzahl, die, dem gedrängten urbanen Umfeld entsprechend, in einer Tiefgarage realisiert werden.

Ein besonderes gestalterisches Element an der Fassade sind die vorgesehen Loggien. „Diese werden in lockerer Reihenfolge spielerisch platziert und fungieren gleichzeitig als Balkone für die darüberliegenden Wohnungen“, erläuterte Architekt Holger P. Hartmann damals die Pläne. Bürgermeister Klaus Pesch betonte bei der Vorstellung des Projektes: „Dieses Grundstück war lange Zeit ein Problemkind, für das keine gelungene Lösung gefunden werden konnte. Mit dem Zutritt der WG Essen-Nord entwickelt es sich zu einer Glücksgeschichte, denn nun haben wir nicht nur ein Wohnobjekt, sondern eine städtebauliche Lösung, die sich perfekt zwischen Stadthalle und Innenstadt eingliedert.“

Nun wartet man sehnsüchtig auf den ersten Spatenstich. Aus Sicht der Stadt kann die Wohnungsgenossenschaft loslegen. Die Brachfläche ist mittlerweile wieder üppig überwuchert.