Fussball: Wülfrath verjüngt den Kader

Fussball : Wülfrath verjüngt den Kader

Der Fußball-Bezirksligist trennt sich von einigen Stammkräften. Ein Neuling ist unter anderem der Stürmer Alexander Willms (22).

Knapp zwei Wochen vor dem Beginn der Saisonvorbereitung meldet Fußball-Bezirksligist 1. FC Wülfrath zwei weitere Neuzugänge. In Stürmer Alexander Sascha Willms (22) stößt ein junger Spieler des VfL Benrath zum FCW. „Er hat seine Erfahrung in der Landesliga und in der Bezirksliga gesammelt und in beiden Spielklassen mit einer hohen Trefferquote überzeugt. Willms ist ein hochgewachsener kopfballstarker Offensiv-Akteur“, findet Michael Massenberg. Der FCW-Vorsitzende fügt ergänzend hinzu, dass der Neuzugang über eine gute fußballerische Ausbildung verfüge, da er in der B-Junioren-Bundesliga für den 1. FC Köln und in der A-Junioren-Bundesliga für RW Essen gespielt habe. „Trainer Sebastian Saufhaus hat jetzt vier gute Stürmer in seinem neuen Kader“, erklärt Massenberg.

Ahmet Tepebas kommt vom Absteiger SSVg. Heiligenhaus

Zu den Akteuren im Offensiv-Bereich gehört ein weiterer vielversprechender Neuzugang. In der kommenden Spielzeit soll der 22-Jährige Ahmet Tepebas (zuvor beim Landesliga-Absteiger SSVg. Heiligenhaus) die Außenbahn beackern. Er sei nicht nur ein schneller und dribbelstarker Spieler, sondern habe sich darüber hinaus in Heiligenhaus auch als torgefährlich erwiesen: „Neben einigen Landesligisten hatte auch der Oberliga-Aufsteiger TVD Velbert großes Interesse an Ahmet Tepebas. Der junge Techniker will sich jedoch beim FCW weitere Spielpraxis aneignen, um sich dann für höhere Aufgaben empfehlen zu können.“ Masenberg möchte mit der Verpflichtung der beiden jungen Neuzugänge den neuen Kurs des 1. FC Wülfrath unterstreichen. „Wir wollen den Umbruch wagen und den Kader deutlich verjüngen. Damit verbunden ist eine Kürzung des Etats. Die überzogenen Geldforderungen einige Spieler des bisherigen Aufgebotes wollen wir in dieser Form nicht mehr mittragen“, betont der FCW-Chef. Ziel sei es, mit jungen, begeisterungsfähigen Spielern den Zuschauern schönen und erfrischenden Fußball zu bieten.

Dass die Wülfrather Verantwortlichen um Massenberg und Trainer Sebastian Saufhaus den neuen Kurs konsequent durchziehen, beweisen einige Personal-Entscheidungen. Von den erfahrenen Leistungsträgern wie Innenverteidiger Ivan Simic, Torjäger Davide Mangia. Mittelfeldspieler Bartosz Siedlarski sowie dem Defensivmann, stellvertretenden Kapitän und spielenden Co-Trainer Engin Kizilarslan haben sich die Wülfrather nach ergebnislosen Vertragsverhandlungen getrennt.

Diese Akteure machen deutlich, dass sie für Angebote andere Vereine ein offenes Ohr haben. Engin Kizilarslan macht allerdings aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis. „Ich gehöre seit neun Jahren dem Verein an und hätte gern mein zehnjähriges Engagement als Spieler erfüllt“, sagt Kizilarslan (36), der in der vergangenen Saison aufgrund der langwierigen Verletzung von Julian Guxa fast immer die Kapitänsbinde trug. Er kann die Trennung nicht nachvollziehen, da er bei den Verhandlungen zu verstehen gegeben habe, dass er gern geblieben wäre.

„Für mich wäre auch eine Tätigkeit als Co-Trainer oder Sportlicher Leiter eine Alternative. Stattdessen ist mir die Aufgabe als Trainer einer neu zu bildenden zweiten Mannschaft angeboten worden, was für mich aus verschiedenen Gründen überhaupt nicht in Frage kam.“ Es sei schon merkwürdig, wie der FCW mit verdienten Spielern umgehe. Da schließe er seine Mitspieler Davide Mangia, Ivan Simic und Bartosz Siedlowski ein.

Kizilarslan beteuert zugleich, dass seine Kritik sich nicht gegen den Vorsitzenden Michael Massenberg richte. „Ich habe viele Jahre mit Herrn Massenberg zusammengearbeitet und ihn als engagierten und vertrauensvollen Vorsitzenden kennengelernt, der seine Zusagen immer einhielt.“ Enttäuscht sei er jedoch von Trainer Sebastian Saufhaus, der den Umbruch im Kader ohne Rücksichtnahme auf bewährte Spieler durchsetze.

„Dabei war ich es, der Sebastian Saufhaus, den ich gut kenne, dem FCW als Trainer empfohlen habe. Eine solche Vorgehensweise habe ich von ihm nicht erwartet“, berichtet er. Sebastian Saufhaus wollte auf diese Kritik nicht näher eingehen, betonte allerdings, dass er Engin Kizilarslan als Spieler und Menschen immer geschätzt habe und weiterhin schätzen werde. Es sei aber nun mal so, dass im Kader ein Umbruch mit einem Verjüngungsprozess vorgenommen werden müsse und es dann nicht zu vermeiden war, dass ältere Spieler kein so gut dotiertes Angebot wie früher erhielten.

Mehr von Westdeutsche Zeitung