Neue Leiterin des Awo-Treffs in Mettmann legt Wert auf gute Kontakte

Mettmann : „Jeder wird aufgenommen wie er ist“

Sabine Konrad leitet seit Anfang Juni den Awo-Treff in der Mettmanner Innenstadt.

. Seit dem 1. Juni leitet Sabine Konrad den Awo-Treff gegenüber der Stadthalle. Es war der Vorsitzende des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Hans Duncker, der die energiegeladene Frau für diese Aufgabe gewinnen konnte. „Ich arbeite ja auch als Koordinator in der Jugendhilfe und kannte Frau Konrad. Für die Leitung des Awo-Treffs wollte ich jemanden, von dem ich überzeugt bin, und so bin ich auf Frau Konrad
gekommen.“

Sabine Konrad freute sich über das Angebot, besprach zuerst alles mit ihrer Familie und kam zum „Probearbeiten“. „Als ich hier war, war ich sofort begeistert“, erzählt die 52-Jährige. Die Atmosphäre findet sie sehr angenehm. „Alle sind fröhlich.“ Es ist das familiäre Miteinander und die Ungezwungenheit, mit der frei heraus gesprochen wird, die der im Ruhrgebiet aufgewachsenen Sabine Konrad besonders zusagen.

Über „Lichtblicke“ hatte sie erste Kontakte mit Sozialverbänden

Studiert hat sie in Essen. „Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaften“, zählt sie auf. Nach einigen Monaten „allein im stillen Kämmerlein mit Studien befasst zu sein“, merkte sie, dass das nichts für sie war. „Über die Zeitung kam ich zum Rundfunk“, erinnert sie sich zurück. Dort arbeitete sie zwölf Jahre lang, war für einige Zeit sogar in London als Auslandskorrespondentin tätig und kam über die Aktion „Lichtblicke“ erstmals in Kontakt mit Sozialverbänden und sozialen Einrichtungen.

„Dann habe ich pausiert.“ In der Familie gab es Krankheitsfälle, die Sabine Konrad mit der Pflege vertraut gemacht haben. Und nicht nur das: In ihr wuchs der Wunsch, beruflich etwas im sozialen Bereich zu machen. So startete Konrad zunächst als Integrationsbegleiterin an einer Schule. „Das habe ich einige Jahre gemacht. Dann habe ich einen Artikel in der Zeitung gelesen.“ Hier hatte ein Awo-Mitarbeiter ein Interview über seine Arbeit gegeben. „Das hat mich sehr angesprochen und ich habe Kontakt mit ihm auf­genommen.“

Vor allem die Aussage, die Awo helfe, soweit es gehe, aber begleite auch zur Selbsthilfe, fand sie überzeugend. „Das ist auch ein Stück weit unser Motto“, erklärt Hans Duncker, „Hilfe zur Selbsthilfe.“ Sabine Konrad wechselte zur Awo und hat nun im Awo-Treff eine erfüllende Aufgabe gefunden, bei der sie nicht nur ihre eigenen Erfahrungen nutzen kann, sondern auch gerne neue Ideen einbringt.

„Wir machen hier Quartiersarbeit“, sagt sie und ist überzeugt: „Zettel in den Briefkasten zu werfen, nutzt nichts.“ Sie möchte die Menschen persönlich erreichen. „Deshalb werden wir hier im Quartier von Haus zu Haus gehen und persönlich mit den Menschen sprechen.“

So möchte die neue Leiterin den Awo-Treff der Nachbarschaft wieder mehr ins Bewusstsein rufen und ganz unkompliziert vorstellen. „Der persönliche Kontakt ist wichtig.“ Konrad weiß, dass es schwer ist, Menschen aus ihrer Einsamkeit und Isolation herauszuholen. Deshalb sind die niederschwelligen Angebote des Awo-Treffs so konzipiert, dass sich jeder angenommen fühlt. „Wir wollen hier nicht abfertigen, jeder wird aufgenommen, wie er ist.“

Seit 25 Jahren lebt Sabine Konrad in Mettmann, ist verheiratet und hat einen Sohn, der gerne hin und wieder im Awo-Treff mithilft. Überhaupt ist ihr die Familie sehr wichtig. „Ich verbringe ausgesprochen gerne Zeit mit meiner Familie“, betont sie. Und was macht die neue Awo-Treff-Leiterin sonst noch in ihrer Freizeit? „Ich gehe mit dem Hund allein durch die Felder“, verrät sie. Außerdem ist sie eine leidenschaftliche Skifahrerin und fährt gerne in die Berge oder an die See.

Mehr von Westdeutsche Zeitung