Mettmann/Erkrath: Pläne für den Kalksteinbruch Neandertal

Mettmann/Erkrath : Zukunft bietet reizvolle Chancen

Die Erlaubnis zum Betrieb des Kalksteinbruchs Neandertal wird in wenigen Jahren auslaufen. Areal soll zu ökologisch-historischer Bildungsstätte werden.

. Mit einem von einer Drohne aufgenommenen Video vermittelt Willi Schaefer, Miteigentümer des Kalksteinbruchs Neandertal, erste Eindrücke des 92 Hektar großen Areals. „Der Steinbruch wurde schon als ,Blaue Lagune des Neandertals‘ bezeichnet“, erzählt er, „das Wasser ist jetzt schon 90 Meter tief.“ Beeindruckt betrachten rund 40 geladene Gäste das türkisblaue Wasser, darunter auch der Erkrather Bürgermeister Christoph Schultz, die stellvertretenden Mettmanner Bürgermeister und viele Mettmanner Ratsmitglieder. Oberhalb der 850 Meter langen und 450 Meter breiten, teilweise schon begrünten Grube wird immer noch Kalk abgebaut. Aber schon 2021/2022 erlischt die Betriebserlaubnis. Dann wollen die Betreiber 9,5 Hektar des Gesamtgeländes in eine „ökologisch-historische Bildungsstätte Steinbruch Neandertal“ mit touristischer Attraktivität umwandeln.

Früheres Konzept fand keine Berücksichtigung im Regionalplan

Unter dem Namen „Masterplan NaTourKultur Neanderthal“ wurde 2010 schon einmal ein Konzept zur Umwandlung des Areals in der Öffentlichkeit vorgestellt. „Leider fand das Konzept im 2014 fertig gestellten Regionalplan so keine Berücksichtigung“, bedauert Wolfgang Robrahn von der Gesellschaft Verein zu Mettmann (GVM), der das Vorhaben der Steinbruch-Betreiber unterstützt: „Der Regionalplan muss geändert werden, ansonsten wird der Bruch in ein reines Naturschutzgebiet ohne touristische Nutzungsmöglichkeit umgewandelt. Zaun drum und das war’s“, meint Robrahn. Und dann habe man die Chance verpasst, dem tollen Museum und seinem Umfeld eine entsprechende Bedeutung zu geben. „Die Multiplikatoren auf der heutigen Initialveranstaltung müssen ihren Einfluss in Mettmann geltend machen.“

Willi Schaefer erläuterte die überarbeitete und angepasste Planung anhand von Fotos und Karten: Am bewaldeten Sedimentationsbecken soll ein Vogelschutzgebiet mit Beobachtungstürmen entstehen, auf Wanderwegen sollen Kinder „Evolution spielend erleben“. Von einem Aussichtspunkt auf der Hochhalde soll es eine Dino-Rutsche Richtung Steinbruch geben. Um das Museumsumfeld zu entlasten, sollen Parkplätze für Pkw, aber auch Stellplätze für Wohnmobile und -wagen geschaffen werden. Eine Jugendherberge, ein „Haus der Sinne“ sowie eine „ökologische Bildungsstätte“ mit Gastronomie, Hotelbetrieb und Spa-Bereich sind ebenfalls vorgesehen.

Gelände soll vom Haltpunkt der Regiobahn zu Fuß erreichbar sein

„Steinzeit und Kalkabbau sollen dargestellt werden“, sagt Schaefer und betont, dass das Areal vom Erkrather Weg aus angefahren werden kann und der Regiobahn-Haltepunkt in wenigen Minuten fußläufig zu erreichen ist. Robrahn und Schaefer bedauern, dass das Projekt von Bürgermeister Dinkelmann und der Mettmanner Verwaltung bisher keine Unterstützung erfahren hat.

Die Ratsmitglieder zeigten sich hingegen angetan: „Der Rat muss sich damit beschäftigen“, sagt Ute Stöcker (CDU). „Die ursprüngliche Planung war zu groß dimensioniert, aber diese reduzierte, geschmackvollere Planung schafft andere Voraussetzungen. Die Fraktion sollte sich dafür stark machen, sonst ist unsere Chance 2021 weg.“

Man solle die Sache nochmal gemeinsam angehen, meint auch Florian Peters (SPD). „Die Fraktionen müssen zusammen aktiv werden.“

Die Betreiber wollen erst Investoren suchen, wenn die planungsrechtlichen Voraussetzungen stimmen. Sie betonen, dass nicht nur Arbeitsplätze geschaffen und die Steuereinnahmen erhöht, sondern auch der Bekanntheitsgrad des Neandertals durch das Vorhaben erhöht wird.

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