Mettmann: Neandertalhalle wird nicht abgerissen - Denkmalschutz

Mettmann : Die Zukunft der Stadthalle bleibt ungewiss

Für Mettmann bedeutet die Ministeriumsentscheidung laut Dinkelmann hohe Kosten.

. Die Entscheidung des NRW-Bauministeriums, dass die Stadthalle denkmalwürdig ist, sorgt im Rathaus für Unverständnis. „Die Entscheidung ist für uns absolut nicht nachvollziehbar, weil das Ministerium zwischenzeitlich stets andere Signale gesendet hatte“, sagt Bürgermeister Thomas Dinkelmann. „Mit dem Denkmalschutz legt uns die Ministerin einen unnötigen Stein in den Weg. Sollte der Rat nun einen grundlegenden Umbau oder gar Abriss beschließen, bedeutet das erhebliche Kosten für die wissenschaftliche Dokumentation und große Zeitverzüge.“

Seit bald zwei Jahren hatten Verwaltung und Politik auf eine Entscheidung des Ministeriums gewartet. Wie die Stadt berichtet, habe sie „mindestens acht Mal in diesem Zeitraum nachgehakt und auf eine zügige Klärung gedrängt“. Die stets gleichlautenden Signale hätten Anlass zur Annahme gegeben, dass die Stadthalle kein Denkmal sei.

NRW-Bauministerium weist
Blockade-Vorwurf von sich

Auf die Frage, warum das Ministerium mit seiner über zwei Jahre ausbleibenden Entscheidung ein so wichtiges Projekt für die Mettmanner Innenstadt blockiere, antwortete Staatssekretär Jan Heinisch, derartige Verfahren seien „häufig langwierig und komplex und bilden ja auch nur den extremen Ausnahmefall im Denkmalschutz; sie sind nur als Notlösung eines Konflikts hier zwischen der eigentlich zuständigen Stadt Mettmann (als Untere Denkmalbehörde) und dem Landschaftsverband (Denkmalpflege) angelegt. Von einer ,Blockade’ der Innenstadtentwicklung seitens unseres Hauses kann daher nicht die Rede sein.“

Mit der Entscheidung der Ministerin seien die Überlegungen, die Neandertalhalle in freier Planung zu modernisieren oder gar abzureißen, um eine moderne Halle zu errichten, vom Tisch, sagt Dinkelmann. „Im Ministerium weiß man genau, dass die Neandertalhalle nicht nur eine dauerhafte, große finanzielle Belastung mit jährlich 500 000 Euro für die Stadt darstellt, sondern auch, dass für den Erhalt der Halle mehr als acht Millionen Euro in das Gebäude investiert werden müssten.“

Rückblende: Während der Landschaftsverband Rheinland in einem Gutachten die Denkmalwürdigkeit der Neandertalhalle sah, kam ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten zu einem gegenteiligen Schluss. Daraufhin hatte der Landschaftsverband 2017 die Ministerin angerufen, ein abschließendes Urteil zur Denkmalwürdigkeit der Halle zu fällen. Ein renommierter Denkmalexperte, den die Stadt in Abstimmung mit dem Ministerium beauftragt hatte, kam zu dem Ergebnis, dass die Halle keinen Denkmalwert besitzt.

Sollte die Stadt einen Umbau oder einen Abriss der denkmalgeschützten Neandertalhalle beantragen, würde es nach Einschätzung des Amtes für Bauaufsicht und Denkmalschutz noch einmal Jahre dauern, bis die Halle tatsächlich grundlegend modernisiert oder abgerissen werden könnte. Mit anderen Worten: Die Hängepartie um die Zukunft der Stadthalle geht weiter und der Ausgang bleibt ungewiss.

(arue)
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