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Langenfeld: Luftsportgruppe lädt zum Schnupperfliegen ein

Kreis Mettmann : Luftsportgruppe Erbslöh lädt zum Schnupperfliegen ein

Die Saison begann in diesem Jahr mit Verspätung. Wegen der Corona-Schutzverordnung sagt die Luftsportgruppe Erbslöh das Flugplatzfest Anfang September ab.

80 000 ohne Motor geflogene Kilometer, ein 1000-Kilometer-Flug mit Start und Landung in Langenfeld, was ein neuer Vereinsrekord in der 18-Meter-Segelflugklasse ist, und ein erfolgreiches Fliegercamp im thüringischen Bad Berka bei Weimar: Das ist Mitte August das bisherige, sehenswerte Ergebnis der Saison 2020 der Luftsportgruppe Erbslöh Langenfeld, neben dem Verein Sportflug Niederberg (Heiligenhaus) und dem Aero Club Ratingen einer von drei Luftsportvereinen im Kreis Mettmann. Hier ein Situationsbericht:

Fliegen in Corona-Zeiten

Wegen der Corona-Pandemie hatte es zunächst sportlich gar nicht gut ausgesehen. Die Saison begann um Wochen verspätet. Nachdem die Segelflieger zwei Monate lang nicht starten durften, war es Mitte Mai endlich so weit. Das vom Vorstand unter dem Vorsitzenden Ranko Fecker erarbeitete Hygienekonzept zum Schutz vor Infektionen wurde durch die Behörden der Stadt Langenfeld genehmigt. Morgendliches Briefing der Piloten im Freien, Abstand halten, Mund-Nasen-Schutz bei Unterschreiten des Sicherheitsabstands am Boden und bei doppelsitzigen Flügen, gründliche Desinfektion der Flugzeuge bei Pilotenwechsel und gewissenhafte Dokumentation der Anwesenheit waren angesagt. Wer Krankheitssymptome hatte, durfte und darf den Flugplatz nicht betreten. Vereinsfremde Gäste müssen leider ebenfalls draußen bleiben. Das Konzept war erfolgreich: Weder in Langenfeld noch im Fliegercamp Bad Berka kam es zu einer Infektion.

1000-Kilometer-Flug

Etliche Segelflugwettbewerbe wurden abgesagt. Einziger zentraler sportlicher Wettkampf war Mitte Juli der Grenzland-Cup auf dem Flugplatz Grefrath-Niershorst. Die Langenfelder Pilotin Marla Witt und ihre Vereinskameraden Jean Luca Geier und Nils Fecker nahmen teil. Unabhängig von Wettbewerben flog Nils Fecker am 21. Juli 1004 Kilometer motorlos mit seinem Segelflugzeug (Typ Ventus). Er startete in Langenfeld, flog bis hinter Jena nach Osten, anschließend nach Westen bis Aachen und landete wieder in Langenfeld.

Fliegercamp in Bad Berka

Nach vielen Tagen der Unsicherheit konnte die Jugendgruppe der LSG Erbslöh mit ihrem Leiter Kai Grütter in den Sommerferien zum Fliegercamp nach Thüringen einladen. Fast 40, meist jüngere Flugschüler, aber auch ältere, erfahrene Piloten nahmen an dem zweiwöchigen Ferienlager teil. Die Schüler absolvierten doppel- und einsitzig 321 Starts und flogen rund 100 Stunden. Hinzu kamen bei einem unfallfreien Flugbetrieb 160 Starts von Lizenzpiloten, die rund 200 Stunden zum motorlosen Flug nur mit der Kraft der Sonne in der Luft waren.

Fünf Flugschüler absolvierten ihre ersten Alleinflüge, drei weitere ihre ersten Streckenflüge über 50 Kilometer über Land zur Vorbereitung auf die praktische Prüfung zur Segelfluglizenz. Die Fluglehrer der LSG Erbslöh nahmen im Verein zwei B-Prüfungen ab – ebenfalls zur Vorbereitung auf die staatliche Prüfung. Der Ausbldungsleiter des Vereins, Fluglehrer Thomas Wutscherk, freut sich über ein „sehr schönes, erfolgreiches und unfallfreies Fliegerlager“.

Flugplatzfest

Ein Wermutstropfen ist der Ausfall des Flugplatzfestes 2020. Aufgrund der Corona-Schutzverordnung kann die LSG Erblöh die Tore nicht für Gäste öffnen. Der Verein hofft, alle Flugbeisterten im kommenden Jahr wieder zu einem spannenden Fest rund um die Fliegerei einladen zu können.

Schnupperfliegen

Die Luftsportgruppe Erbslöh Langenfeld sucht neue Mitglieder und lädt Segelflugbegeisterte am Wochenende, Samstag und Sonntag, 12./13. September, zum Schnupperfliegen ein (siehe Info-Box). Gegen eine geringe Gebühr für eine Kurzmitgliedschaft im Deutschen Aero-Club gehen die Schnupperer mit erfahrenen Lehrern in die Luft, bei denen sie die Steuerung des Flugzeugs selbst erleben dürfen.

Das Angebot richtet sich an alle, die ernsthaftes Interesse am Segelfliegen haben. Die LSG Erbslöh sucht Vereinsmitglieder, die bereit sind, ihre Freizeit einer der intensivsten und vielseitigsten Sportarten zu widmen. Segelfliegen verspricht unvergessliche Erlebnisse und Eindrücke zu Kosten, die auch Jugendliche tragen können. Möglich wird dies nur durch Teamfähigkeit, Engagement und viele Stunden Arbeit am Boden.