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Mehrgenerationensiedlung im Hildener Süden wird teuer

Hilden : Mehrgenerationensiedlung: Kritik an hohen Preisen

In geheimer Sitzung hat der Hildener Rat die Weichen für den Bau einer Siedlung im Süden der Stadt gestellt.

Die gute Nachricht vorweg: Die Mehrgenerationensiedlung im Hildener Süden kommt. Die Stadt hat einen Investor gefunden. Es gibt jedoch auch eine schlechte Nachricht: Die Preise für ein Einfamilienhaus beispielsweise an der Lindenstraße, werden so hoch sein, dass sie zwischen 400 000 Euro und einer halben Million liegen – gerade viele Familien der Klientel, die eigentlich angesprochen werden soll, dürften sich das nicht leisten können.

Im Hildener Süden, zwischen Wiedenhof, Hendrika-Grüter-Weg, Lindengarten, Kunibert- und Lindenstraße, soll eine Siedlung für Familien, Paare und Singles, für Jung und Alt, entstehen. Der Stadtrat machte jetzt in nicht-öffentlicher Sitzung den Weg frei für das Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule. „Von der ersten Idee vor zehn Jahren bis heute war es ein weiter Weg“, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Dazwischen lagen unter anderem ein städtebaulicher Wettbewerb, ein Bebauungsplanverfahren, eine temporäre Nutzung der ehemaligen Schulgebäude als Notunterkunft für Geflüchtete, der Abriss und ein öffentliches Investoren-Auswahlverfahren.

Den Zuschlag aus sechs Bewerbungen bekam nun die Firma Waldner Wohnungsbau GmbH aus Langenfeld. Sie soll in den kommenden Jahren knapp 100 Wohnungen als Reihen- und Mehrfamilienhäuser auf der rund 13 500 Quadratmeter großen Fläche bauen. Bürgermeisterin Birgit Alkenings (SPD) ist zufrieden: „Ich bin froh, dass das Projekt jetzt in die Endphase geht. Wir haben mit Waldner Wohnungsbau einen Investor gefunden, der nicht nur den Mindestkaufpreis von 3 325 000 Euro weit überboten hat, sondern auch all unsere Bedingungen erfüllt.“ 

Bei der Auswahl des Käufers hat die Stadt nach eigenen Angaben großen Wert auf den Anteil an öffentlich geförderten und preisgedämpften Wohnungen gelegt. Ebenso wichtig war, dass ein hoher Prozentsatz der Wohnungen familienfreundliche Grundrisse hat. Auch die Energieeffizienz der Neubauten war entscheidend. Alle Kriterien zusammen sind mit 70 Prozent zu Buche geschlagen. Bis zu 22 preisgedämpfte Einfamilienhäuser sowie zehn bis 16 öffentlich geförderte Wohnungen wird das Familienunternehmen bauen.

Die Wohnungen sollen bis zu einer halben Million Euro kosten

Genau an der Preisgestaltung entzündet sich jedoch auch Kritik. Nach der Sitzung des Stadtrats waren mehrfach Stimmen zu hören, die bemängelten, die Stadt habe ihren Spielraum nicht ausgenutzt, die Preise für Familien im erträglichen Maß halten zu können. Bis zu einer halben Million Euro auf den Tisch blättern zu müssen, widerspräche dem Grundgedanken des Projektes. Als Besitzer des Grundstücks habe die Verwaltung ihr Steuerungsinstrument nicht eingesetzt.

Die Stadtchefin widersprach prompt: „Wären wir mit den Forderungen für unser Grundstück heruntergegangen, hätte das nur zur Folge gehabt, dass die Gewinnspanne für den Investor umso größer geworden wäre“, argumentierte sie auf Anfrage. Man könne die Gesetze des Marktes auch bei solch einem Projekt schlichtweg nicht ignorieren. Gleichwohl sieht sie mit dem Anteil öffentlich geförderter Wohnungen einen guten Schritt in die richtige Richtung verwirklicht.