A3-Ausbau: Städte fordern Augenmaß

Verkehrsplanung : Bürgermeister äußern Sorge um A 3-Ausbau gegenüber Straßen NRW

Die Stadtoberhäuter Leichlingens, Langenfelds, Hildens und Solingens fordern unter anderem Alternativen zur achtspurigen Autobahn.

Die Bauarbeiten starten zwar erst in rund zehn Jahren, doch schon jetzt haben sich die betroffenen Städte am Rande der Strecke zu Wort gemeldet. Es geht um den Ausbau der Autobahn 3 auf einem 15 Kilometer langen Abschnitt zwischen Leverkusen-Opladen und dem Kreuz Hilden. Der Bereich soll von derzeit noch sechs auf acht Spuren erweitert werden, mit einem Standstreifen.

In einem gemeinsamen Schreiben an den Landesbetrieb Straßen NRW appellieren Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider als Initiator sowie auch dessen Amtskollegen Frank Steffes aus Leichlingen, Birgit Alkenings aus Hilden und Tim Kurzbach aus Solingen jetzt, Eingriffe in die Natur und Landschaft so gut wie möglich zu vermeiden oder zu minimieren. Außerdem müssten die für den Autobahn-Ausbau verantwortlichen Planer „frühzeitig und transparent die geprüften Lösungsalternativen zum achtspurigen Ausbau darlegen“.

Straßen NRW betont, dass der Ausbaubedarf festgeschrieben ist

Nach Angaben von Straßen-NRW-Sprecherin Sabrina Kieback ist der achtspurige Ausbau dieses A 3-Abschnitts als „vordringlicher Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan 2030 festgelegt. Die vier Bürgermeister der betroffenen Städte befürworten in ihrem Schreiben an die Straßen-NRW-Chefin Elfriede Sauerwein-Braksiek den Ausbau der Autobahn 3 ausdrücklich. Trotz dieses Bedarfs gelte es allerdings, Eingriffe in die Landschaft sowie die Lärmbelastung für die Bevölkerung, so gering wie möglich zu halten.

Direkt neben der 15 Kilometer langen A 3-Strecke liegen mit der Wupperaue, dem Further Moor, der Ohligser Heide und dem Spörkelnbruch zudem vier ökologisch wertvolle Gebiete, die nach der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU besonders geschützt sind.

Gerade das Further Moor liegt auch Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes am Herzen: „Das ist ein wunderschönes, schützenswertes Gebiet, in dem auch unser Naturfreundehaus liegt. Wir werden alles dafür tun, die Belastungen durch den Autobahn-Ausbau nicht noch größer werden zu lassen.“ Explizit nennt Steffes den Verzicht auf einen Autobahnstreifen, für den dann der Standstreifen zeitweise befahren werden darf. Eine entsprechende Anlage befindet sich bereits kurz hinter dem Kreuz Hilden in Richtung Mettmann.

Leverkusens Oberbürgermeister beteiligte sich nicht am Schreiben

Ihr gemeinsames Schreiben haben die Bürgermeister in Kopie auch an die Landräte und die Verkehrsministerien in Düsseldorf und Berlin versandt.

Nicht mitgemacht hat übrigens Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD). Seine Stadt ist zwar genauso betroffen, er hatte die Teilnahme jedoch abgesagt. Die Begründung für diese Entscheidung lieferte er am Mittwoch: „Wir wollen so viele Teile der Autobahn wie möglich auf unserem Gebiet in einen Tunnel verlegt bekommen. Da wäre ein Eintritt für einen wie auch immer gearteten oberirdischen Verlauf nur kontraproduktiv.“

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