Hildener Heide: Mehr Platz für Naturschätze

Hildener Heide: Mehr Platz für Naturschätze

Durch Vernetzung des Gebietes und Erweiterung der bestehenden Heideflächen soll der Wert der Hildener Heide gesteigert werden.

Hilden. Im Hildener Osten, an der Stadtgrenze zu Haan, liegt ein Schatz, ein Naturschatz: die Hildener Heide. Offen zugänglich, für jeden sichtbar und einzigartig im Kreis Mettmann.

Die Heidefläche ist so wertvoll, dass erste Bereiche bereits in den 1930er-Jahren unter Schutz gestellt wurde. 1995 wurde das Gelände um den Sandberg zum Naturschutzgebiet erklärt und 2002 wurden Teile der mehr als 100 Hektar großen Fläche zum FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat). Das ist der höchste Schutzstatus.

Die Ursprünge gehen auf die Zeit zurück, als der Rhein vor Millionen Jahren noch etwa in Höhe der Stadtgrenze zu Haan floss. Als er sich nach und nach in sein heutiges Flußbett eingrub, ließ er Kies und Sand zurück.

Bei der späteren Besiedlung taugte dieser Untergrund nicht für den Ackerbau. Der magere Boden ließ gerade einmal Viehzucht zu. Aus den dafür gerohdeten Waldflächen entstand im Laufe der Jahre die Kulturlandschaft der Heide.

Die Hildener Heide gehört zur sogenannten Bergischen Heideterrasse, die sich in einem drei bis fünf Kilometer breiten Streifen von Nord nach Süd über die Ohligser Heide in Solingen bis zum Further Moor in Langenfeld zieht. Große Teile sind inzwischen bebaut. Umso wichtiger ist der Erhalt der verbliebenen Flächen.

Darum kümmert sich seit drei Jahren die Biologische Station Haus Bürgel in Monheim. In Zusammenarbeit mit der Stadt Hilden, dem Kreis Mettmann und dem Landschaftsverband soll die einzigartige Landschaft mit ihren blühenden Heideflächen sowie sumpfigen Birken- und Erlenwäldern geschützt und gleichzeitig bestmöglich für Besucher erschlossen werden.

Dieses auf drei Jahre angelegte Projekt läuft in diesem Jahr aus. 130 000 Euro hat die Pflege der Bergischen Heideterrasse insgesamt gekostet. Dazu gehört die regelmäßige Beweidung durch eine etwa 300 Tiere zählende Schafherde und als abschließende Maßnahme die Aufstellung von Hinweisschildern, auf denen die Einzigartigkeit der Landschaft erklärt wird.

„Wir möchten damit die Besucher mit dieser besonderen Landschaft vertraut machen und bei ihnen ein tieferes Verständnis für den Schutz und Erhalt der Bergischen Heideterrasse hervorrufen“, sagt Elke Löpke, Leiterin der Biologischen Station.

Das Projekt läuft zwar aus, aber die Biologische Station will die Pflege des Gebietes weiter unterstützen. Im Umweltausschuss am 12. September wird die Biologische Station ein Maßnahmenkonzept vorlegen, das dazu beitragen soll, den Wert des Gebietes zu erhalten und weiter zu steigern. Darin hat die Biologische Station weitere Vorschläge für Maßnahmen in der Hildener Heide zusammengestellt.

„Wichtige Inhalte sind das Auflichten und die Erweiterung der bestehenden Heideflächen sowie deren Vernetzung, um Tier- und Pflanzenarten einen besseren Austausch zu ermöglichen“, sagt Löpke. Nur so könnten seltene Arten dauerhaft überleben. Und davon gibt es in der Hildener Heide einige: Zauneidechse, Moorlilie, Lungenenzian, Sonnentau — sie alle stehen auf der „Roten Liste“ der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten.

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