Warum Krefeld nicht zu seinen O-Bussen zurückkehren wird

Verkehr : Warum Krefeld nicht zu seinen O-Bussen zurückkehren wird

Bis 1964 fuhren Oberleitungsbusse durch Krefeld. Die Stadt hat analysiert, wie eine Rückkehr zu den umweltfreundlichen Fahrzeugen zu realisieren wäre - und hat sich dagegen entschieden.

Autofreie Tage im Sommer, Innenstädte, die gänzlich vom motorisierten Verkehr befreit sind oder der Umstieg von Diesel- auf Hybridfahrzeuge: Ideen, wie der Verkehr in Zukunft umweltfreundlicher gestaltet werden kann, gibt es viele. Eine Variante wird aber zumindest in Krefeld keine Zukunft haben. Wie die Stadtwerke mitteilten, ist die Rückkehr zu einem möglichen System mit Oberleitungsbussen finanziell nicht tragbar. Die Anschaffungskosten für einen Oberleitungsbus würden mit 950 000 Euro um ein Vielfaches höher liegen als für einen Dieselbus (300 000 Euro) oder ein vergleichbares Elektrofahrzeug (750 000 Euro).

Bis 1964 fuhren Oberleitungsbusse durch Krefeld

Beispielhaft ausgerechnet würden für den Einsatz von sieben Oberleitungsbussen auf der rund 10,22 Kilometer langen Strecke zwischen Hauptbahnhof und Elsternweg laut SWK Kosten in Höhe von 11,65 Millionen Euro anfallen. Angaben zu möglichen Folgekosten- oder ersparnissen machen die Stadtwerken in ihrer Kostenaufstellung nicht. „In der Vergangenheit haben wir bereits das Potential für den Einsatz von Oberleitungsbussen in unserem Liniennetz überprüft. Aber aufgrund der sehr hohen Investitionsmaßnahmen und Instandhaltungskosten haben wir für unsere Busflotte davon Abstand genommen“, heißt es von Seiten der städtischen Tochter. Das geht aus einem Antwortschreiben der SWK auf eine entsprechende Anfrage der CDU im Bauausschuss hervor. Die Christdemokraten wollten wissen, ob die Einführung einer O-Bus-Linie, wie es sie zuletzt 1964 zwischen dem Hauptbahnhof und Benrad gab, durchführbar sei.

Am 29. Mai 1964 fuhr der letzte Oberleitungsbus durch die Krefelder Straßen. 15 Jahre lang waren die Busse vom Hauptbahnhof über die Breite Straße, die Marktstraße und die Forstwaldstraße in Lindental bis zum Bahnübergang in Benrad unterwegs.

Damals als Ergänzung zur Straßenbahn geplant, wurde auch über eine Erweiterung der O-Bus-Linie bis nach Anrath und Oppum nachgedacht. Die Deutsche Bundesbahn untersagte damals jedoch die Querung ihrer Bahnstrecke Duisburg-Ruhrort-Mönchengladbach. 15 Jahre nach Einführung des O-Bus-Systems der Krefelder Verkehrs-AG (Krevag) wurden die elektrischen Transportmittel durch Omnibusse ersetzt.