Tagesmutter als Chance für Kinderpflegerinnen

Tagesmutter als Chance für Kinderpflegerinnen

Mit einer Zusatzqualifikation haben pädagogisch-pflegerische Fachkräfte gute Chancen, trotz Kibiz weiterzuarbeiten.

Kinderpflegerinnen sind ein aussterbender Beruf. Zumindest wenn es nach den landespolitischen Machern von Kibiz geht, dem seit 2008 gültigen Kinderbildungsgesetz. Darin werden für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen Erzieher und Erzieherinnen gefordert. „Kinderpflegerinnen hätten danach keine Zukunft“, sagt Hedwig Schomacher. Doch durch eine inhaltliche Veränderung der Ausbildung können die meist jüngeren Frauen künftig als händeringend gesuchte Tagesmutter arbeiten.

Die Fachkollegen des Berufskollegs Vera Beckers haben in die Ausbildung zur Kinderpflegerin die von dem Deutschen Jugendinstitut entwickelten Inhalte für die Qualifizierung von Tagesmüttern eingearbeitet. Dies geschah im Auftrag der Bezirksregierung Düsseldorf. „Auch jetzt schon als Tagesmütter tätige Frauen können sich so im Nachhinein qualifizieren“, erklärt Schomacher. Das wird durch eine externe Prüfung möglich.

Um dem Bedarf von 35 Prozent bei der U3-Betreuung bis 2015 gerecht zu werden, hat der Rat der Stadt der Einrichtung weiterer 70 Kita-Gruppen zugestimmt sowie der Erhöhung der Anzahl der Tagespflegeplätze um 400. Für diese Tagespflege werden Tagesmütter gesucht. „Wünschenswert wäre es auch, diese Kräfte als Ergänzung zu den Erzieherinnen in Familienzentren einzusetzen.“

Die Anforderungen an die Betreuung von Kindern, vor allem von unter Dreijährigen, sind stark gestiegen. Deshalb bietet das Berufskolleg neben der dreijährigen vollzeitschulischen Ausbildung zur Erzieherin mit allgemeiner Hochschulreife ab Sommer auch erstmals einen Aufbaubildungsgang unter dem Titel „Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern unter drei Jahren“an. Das sei nötig, weil bei der Erzieherinnenausbildung der emotionale Lernbedarf der unter Dreijährigen nicht behandelt werde. Auch werden die Absolventinnen darin geschult, Entwicklungsdefizite und Krankheiten bei den Jüngsten zu erkennen, notwendige Hygienevorkehrungen zu treffen und hauswirtschaftliche Fertigkeiten anzuwenden.

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