Brutaler Serienräuber sorgt für Angst und Schrecken

Brutaler Serienräuber sorgt für Angst und Schrecken

Nach zwei weiteren Taten steigt die Zahl der Überfälle auf mittlerweile sechs.

Krefeld. Beinahe lautlos rauscht er von hinten auf dem Fahrrad heran. Dann greift er sich die Handtasche seiner meist betagten Opfer. „Dabei geht er brutal vor. Er entreißt den Frauen die Taschen mit sehr viel Kraft“, sagt Polizeisprecher Dietmar Greger. Er bestätigt, dass die Ermittler seit dem Wochenende an einen Serienräuber glauben, der es auf das Hab und Gut argloser Fußgängerinnen abgesehen hat.

Die Zahl der Taten hat sich zwischenzeitlich um weitere zwei auf nunmehr sechs innerhalb von nur zwölf Tagen erhöht. „2009 hatten wir im ganzen Jahr nur sechs Fälle, in denen Seniorinnen die Handtaschen geraubt worden sind. Diese Zahl haben wir bei dieser Serie in nicht einmal zwei Wochen schon beinahe erreicht“, sagt Greger.

Deshalb fahndet die Polizei jetzt fieberhaft nach dem Täter, der allein am vergangenen Wochenende viermal zuschlug. Bei der bislang letzten Tat hat er sich auch ein wenig aus dem Gebiet gelöst, in dem er sich bislang seine Opfer ausgesucht hatte: Auf der Mittelstraße entriss er am Sonntag um 16.45 Uhr einer Frau erneut im Vorbeifahren die Handtasche, in der sich Bargeld und zwei Handys befanden. Bislang geschahen die Überfälle rund um die Uerdinger Straße im Bereich Von-Beckerath-Platz und einige hundert Meter darüber hinaus. Am Sonntag war es auch das erste Mal, dass er sich kein wehrloses Opfer aussuchte: Die Krefelderin ist erst 26 Jahre alt. Nur gut zwei Stunden zuvor, um 14.30 Uhr, war bereits eine 73-Jährige auf dem Bismarckplatz auf die gleiche Art und Weise ausgeraubt worden.

Bei den Seniorinnen konnte der Mann meist nur geringe Bargeldbeträge und in einem Fall ein seniorengerechtes Mobiltelefon erbeutete. „Bisher war es großes Glück, dass keines der Opfer verletzt worden ist“, sagt Greger. Zwar sei an der Hohenzollernstraße eine Seniorin gestürzt, doch habe sie sich glücklicherweise dabei keine Verletzungen zugezogen. Man fahre verstärkt Streife, und es seien auch nicht zu erkennende Zivilbeamte im Einsatz, so Greger.

Der Polizeisprecher räumt ein, dass ein Serientäter für Angst und Schrecken bei Senioren sorgt. Allerdings werde dieses subjektive Gefühl nicht durch das objektive Zahlenmaterial bestätigt: Unter den Straftaten des vergangenen Jahres machten Opfer über 60 Jahren fünf Prozent aus, sie machten aber einen Anteil von 15 Prozent an der Gesamtbevölkerung aus. Die Fälle von Straßenraub seien dabei äußerst gering.