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Fischeln: Der Nachbarschaftsladen belebt ein Quartier

Fischeln: Der Nachbarschaftsladen belebt ein Quartier

Einst gegen viele Zweifel gegründet, feiert er am 31. Mai das 20-jährige Bestehen.

Krefeld-Fischeln. Mit einem "Mobifant-Spielspektakel" der Städtischen Jugendpflege im Neubaugebiet rechts und links der Erkelenzer Straße hat alles angefangen. Das war Ostern 1987. In einer Nachbesprechung über die soziale Struktur zwischen Stadt, Familienbildungsstätte, Jugendzentrum Fischeln, Vereinen, Kindergarten Grevenbroicher Straße und kirchlichen Institutionen fand man schnell heraus: Geschäfte, Lokale, Vereinsheime, Spielplätze und mehr, wo sich die Neubürger kennenlernen können, fehlen.

Rund 3000 Einwohner aller Altersstufen lebten mittlerweile in diesem Wohngebiet; darunter mit steigender Tendenz 503 Kinder bis 15 Jahre. Und ständig wurde weiter gesiedelt. Ideen, das Umfeld zu verbessern, gab es mehrere. Einige in einem Aktionskreis vereinte Frauen schlugen einen offenen Treff vor, den "Nachbarschaftsladen", den ersten im Bistum Aachen. In der Markusgemeinde fand man schnell Freunde. Dank der Familienbildungstätte entstanden Eltern-Kind-Gruppen und dabei ein kleines Nachbarschaftscafé in einem dafür gemieteten Laden im Hochhaus Anrather Straße.

Nach viel Mundpropaganda, bei der viele Menschen über ihre Vereinsamung klagten, wurde der Laden eröffnet - aber nur ein Gast kam. Dennoch entwickelte der Laden sich in kurzer Zeit mit Krabbelgruppen, Seniorencafé, Frauengruppen, Sonntagscafé, deutsch-russischer Sprachpartnerschaft, kurzzeitige Aktionen und mehr zum echten "Treff". Kaum fünf Jahre später kam die Kündigung des Vermieters. Nach einigen Monaten Zwischenquartier in der "Villa" in der Clemensstraße stand das Hochhaus zur Versteigerung. Der "Nachbarschaftsladen" konnte in erheblich größere und günstiger ausgestatte Räume einziehen.

Der Verein zählt derzeit 40 aktive Mitglieder. An der Spitze stehen Irmgard Feltgen, Christian Keppler und Geschäftsführer Bernhard Möller. Das Gründungsmitglied Familienbildungsstätte, Ev. und kath. Kirchengemeinden, Jugendzentrum Marienstraße, Stadt, KAB und KFD unterstützen den "Laden". Sein Prinzip ist auch weiterhin: Nur ehrenamtlich, tätig und freiwillig.