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Müll-Detektive gefordert

Müll-Detektive gefordert

Die CDU will gegen Müllhalden in der Innenstadt vorgehen. Dafür sollen neue Stellen bei der Stadt geschaffen werden.

Krefeld. Sperrmüll, Altkleider und Unrat wohin das Auge blickt. Jeden Tag lassen sich in der Krefelder Innenstadt kleine und große wilde Müllhalden finden. Die Mitarbeiter der Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft Krefeld (GSAK) sind jede Woche damit beschäftigt, die Innenstadt von Abfällen, Elektrogeräten und Textilien zu befreien. Das große Problem: Die Anzahl der wilden Kippstellen, wie sie im Fachjargon genannt werden, hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen.

Waren es 2016 noch 7400 Müllhalden, zählte die GSAK im vergangenen Jahr schon über 8000, wie Geschäftsführer Wilfried Gossen berichtet. Zum Vergleich: 2012 lag die Zahl noch bei 2671. Die Verursacher sind oftmals nicht auszumachen. Nach Ansicht der Krefelder CDU soll damit jetzt Schluss sein.

Ratsherr Walter Fasbender hat sich in den Nachbargemeinden umgeschaut und in Mönchengladbach eine Möglichkeit gefunden, denen auf die Schliche zu kommen, die Gehwege, Plätze und Grünstreifen vermüllen. „In anderen Kommunen — beispielsweise in Mönchengladbach — werden erfolgreich Mülldetektive eingesetzt. Ein Modell, das ich mir auch für Krefeld vorstellen könnte“, sagt Walter Fasbender.

Die Zahlen aus der Krefelder Nachbarstadt sprechen nach Ansicht des CDU-Mannes für sich. Rund 160 000 Euro an Bußgeldern hätten die Müll-Detektive in Mönchengladbach im vergangenen Jahr eingetrieben. 800 Verfahren wurden eingeleitet, 1500 wilde Müllhalden kontrolliert.

Die „Ermittler“ sind im Auftrag der Stadttochter für Abfallentsorgung unterwegs, die MAGS (Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe AöR). Ob inkognito oder in neongelben Warnwesten: Die Müll-Detektive gehen in Mönchengladbach regelmäßig auf Streife. „Im ersten Schritt geht es um Aufklärung“, heißt es von Seiten der Stadttochter. Die Verursacher von wildem Müll würden von den Detektiven vor Ort auf ihr Fehlverhalten hingewiesen und aufgefordert, den Müll wieder mitzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Doch oft seien die Verursacher längst verschwunden. Dann ist der Spürsinn der Mülldetektive gefragt.

Die MAGS-Mitarbeiter suchen zwischen Möbeln und Unrat nach Hinweisen, um die Besitzer des Mülls ausfindig zu machen. Gelingt dies, beispielsweise durch die Daten auf persönlichen Schriftsätzen, werden Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten gefertigt. Die Preise haben es in sich: So kostet bereits eine Tüte Restmüll ab 100 Euro aufwärts, bei einer Kofferraumladung Sperrmüll sind bereits mindestens 600 Euro fällig.

Zwischen Möbeln und Müll wird nach Adressen gesucht Auch in Krefeld könnten sich solche Einsätze lohnen. In 2016 entstanden durch die Beseitigung von wilden Müllstellen Kosten in Höhe von 198 000 Euro. Ob es dabei Müll-Detektive sein müssen, die im Auftrag der Stadt nach den Verursachern suchen, lässt GSAK-Chef Wilfried Gossen dahingestellt. „Es ist nicht entscheidend, wer die Kontrollen durchführt, ob sogenannte ,Mülldetektive’ oder die zuständigen Fachbereiche der Stadt beziehungsweise der kommunale Ordnungsdienst“, sagt der GSAK-Chef. Letztlich sei es wichtig, welche Ressourcen die Stadt für derartige Kontrollen zur Verfügung stellen könnte. „Eine Aufstockung des Personals beim kommunalen Ordnungsdienst würde aus meiner Sicht weiterhelfen.“ Bis dahin wird die GSAK weiter nach dem Prinzip verfahren, die Müllhalden binnen eines Tages nach Eingang einer entsprechenden Meldung abzuholen oder zu entsorgen.

Bei der Stadt steht man dem Vorschlag von Ratsherr Walter Fasbender ebenfalls offen gegenüber. „Wir werden die Anregung der CDU aufnehmen und einer intensiven Prüfung unterziehen“, sagt Helmut Döpcke, Leiter des Fachbereichs Umwelt bei der Stadt.