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Sascha Mey verlässt das Theater: Sanfter Rausschmiss mit geplanter Rückkehr

Sascha Mey verlässt das Theater: Sanfter Rausschmiss mit geplanter Rückkehr

Sascha Mey startet als freier Regisseur durch. Krefeld bleibt er verbunden — nicht nur als Kreativer.

Krefeld. Annähernd sieben Jahre war Sascha Mey am Theater Krefeld/Mönchengladbach als Regieassistent verpflichtet, mit der Spielzeit 2016/2017 endet sein Engagement. Als freier Regisseur kehrt er aber gleich an die hiesige Gemeinschaftsbühne zurück, im November wird seine Inszenierung des Stücks „Schwester von“ der niederländischen Dramatikerin Lot Vekemans in Mönchengladbach Premiere feiern. Insofern empfindet Mey das Ende seines festen Engagements als „sanften Rausschmiss“.

Mey hat weder Schauspiel noch Regie studiert, sein Werdegang am Theater ist heutzutage eher ungewöhnlich. Geboren wurde er 1987 in Salzwedel in Sachsen-Anhalt, aufgewachsen ist er in Meiningen in Thüringen. Zunächst hat er den Beruf des Kaufmanns im Einzelhandel, Fachrichtung Diät- und Reformwesen, erlernt und dann immerhin drei Monate als solcher gearbeitet.

Dann aber zog ihn der größte Arbeitgeber am Ort, das Südthüringische Staatstheater Meiningen, wie magisch an. Da war er zunächst Statist und Nebendarsteller, bat dann auch um eine Regiehospitanz. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Gewerken eines Theaters habe ihn da schon besonders angesprochen, Stunden habe er etwa im Fundus verbracht.

Eine Hauptrolle hat Sascha Mey in dieser frühen Phase auch schon gespielt. Mit Pfeil, Bogen und grünem Wams hat er im südlich von Meiningen gelegenen Flecken Bauerbach den Robin Hood in einer Freiluftinszenierung gegeben. Erste Inszenierungen von selbst geschriebenen Stücken entstanden im Meininger Kunsthaus. Mit Zombies bekam es Mey bei einem kurzen Ausflug ins Filmgenre zu tun. Für eine Würzburger Filmfirma war er an der Produktion „Emagon“ als Ausstattungsassistent beteiligt.

Eine weitere Assistenz in den Bereichen Musiktheater und Schauspiel brachte Mey dann noch kurz nach Osnabrück, bevor er in der Spielzeit 2010/2011 sein Engagement am Theater Krefeld/Mönchengladbach antrat. Schauspieldirektor Matthias Gehrt hatte ihn hierhin geholt. Mey und Gehrt lernten sich kennen, als Gehrt am Meininger Theater als Gastregisseur tätig war.

Er habe sich am hiesigen Theater zu Hause gefühlt, sagt Mey, habe als Regieassistent sowohl die Nähe zu den Schauspielern, aber auch wieder zu den verschiedenen Gewerken vom Bühnenbild bis zur Maske genossen. Trotz der Nähe auch zu den Regisseuren hat er sich hier immer noch als Allrounder gesehen, der die Kommunikation zwischen den Abteilungen herstellt.

An unzähligen Produktionen war Mey beteiligt. Daran schätzt er, dass er „viele Regie-Handschriften“ kennenlernen durfte. Aber nicht nur als Assistent, sondern auch als Regisseur war Mey in Krefeld schon tätig: zunächst bei „Bericht für eine Akademie“ und bei „norway. today“, zuletzt schließlich bei „Phantom“.

Seine Zeit am Krefelder Theater hat Mey als Ausbildung verstanden: „Ich fühle mich nun ausgebildet, aber zähle mich jetzt nicht gleich zu den großen Könnern.“ Wichtig bleibe für ihn weiterhin, mit den Kollegen aller Bereiche „auf Augenhöhe“ agieren zu können. Und „zu sicher“ wolle er sich auch nicht fühlen, „damit alles in Bewegung“ bleibe.

Mey wird wohl zunächst weiter in Krefeld wohnen, auch wenn ihn Engagements als freiberuflicher Regisseur weit über die Stadtgrenzen hinausführen.

„Krefeld ist eine Großstadt, aber sie zeigt das nicht die ganze Zeit. Für mich ist das genau das richtige Mittelmaß“, sagt Mey über Krefeld. Er habe hier viele Freunde gewonnen, und die Toleranz und Hilfsbereitschaft der Krefelder Bürger angesichts der sogenannten Flüchtlingswelle hat ihn begeistert. Zudem habe Krefeld eine gute Anbindung an die Region, die ja auch nicht wenig zu bieten habe.