Insolvenz: Im Krefelder Dreiring-Werk werden Mitarbeiter abgebaut

Gespräche mit Betriebsrat laufen : Dreiring: Erster Personalabbau nach Insolvenz

Bisher waren beim Seifenhersteller im Krefelder Hafen 130 Mitarbeiter beschäftigt.

In „begrenztem Umfang“ soll im Dreiring-Werk an der Hentrichstraße Personal abgebaut werden. So lautet die Ankündigung des Insolvenzverwalters Franz-Ludwig Danko. Derzeit sei man in Gesprächen mit dem Betriebsrat, die Mitarbeiter seien informiert. Das waren zuletzt rund 130 Männer und Frauen. Im September 2018 hatte die Kappus-Gruppe in Offenbach, zu der das Dreiring-Werk im Rheinhafen gehört, einen Insolvenzantrag gestellt. Als ein Grund wurden gestiegene Rohstoffpreise genannt.

Seitdem laufen der Geschäftsbetrieb und die Produktion bei dem Krefelder Seifenhersteller weiter. Und so soll und kann es nach Angaben eines Sprechers der vom Gericht bestimmten Insolvenzverwaltung Danko auch bleiben. „Solange keine roten Zahlen geschrieben werden, ist das rechtlich im Rahmen des Insolvenzverfahrens möglich“, sagt Danko-Sprecher Sebastian Glaser. Es sei gelungen, „wichtige Kunden zu binden“, allerdings mit einem Rückgang bei den Bestellungen. Obwohl gleichzeitig die Aufträge des mittlerweile stillgelegten Kappus-Standorts Offenbach künftig in Krefeld abgewickelt werden sollen, könne man nicht „zu hundert Prozent kompensieren“, so Glaser.

Deshalb sei nun der erste Personalabbau seit der Insolvenzanmeldung geplant. So wolle man den Standort Krefeld so aufstellen, „dass er wettbewerbsfähig ist und langfristig eine Zukunft hat, was nur geht, wenn wir die Kosten an die verringerte Auslastung anpassen“.

Parallell laufen die Gespräche mit potenziellen Investoren. „Das Ziel ist, die drei Gesellschaften der Kappus-Gruppe als Paket oder in Einzelgesellschaften zu verkaufen.“ Dabei könne man „ohne allzugroßen Zeitdruck weitermachen“. Wichtig sei nicht der „schnellstmögliche Verkauf“, sondern einer, durch den es „eine Perspektive“ gebe.

Zur 1848 in Offenbach gegründeten Kappus-Gruppe gehören noch Standorte in Riesa mit 73 Mitarbeitern und Heitersheim mit 77 Mitarbeitern. Im stillgelegten Standort Offenbach waren es rund 70 Mitarbeiter. Die Wurzeln des Dreiring-Werks in Krefeld gehen auf den Kaufmann Georg-Wilhelm Melsbach und seine 1771 gegründete „Seifenfabrik Melsbach“ zurück. Die Krefelder gehören seit 2005 zur Kappus-Gruppe, die als größter  Seifenproduzent in Westeuropa gilt.

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