Das sind Krefelds gefährlichste Unfallkreuzungen

Unfälle : Das sind die fünf gefährlichsten Kreuzungen in Krefeld

An mehreren Kreuzungen in Krefeld kommt es überdurchschnittlich häufig zu Unfällen. Eine Ursache sticht dabei heraus.

In einem gesonderten Bericht zu den Verkehrsunfallzahlen des vergangenen Jahres hat die Polizei die Straßen benannt, auf denen es in Krefeld 2018 besonders häufig krachte. Es handelt sich um fünf Kreuzungen. Alle fünf Unfallschwerpunkte sollen noch in diesem Monat Thema bei einer übergeordneten Nachbetrachtung der Unfallkommission sein. Dieser gehört auch Frank Ishorst an. Der Polizhauptkommissar aus der Führungsstelle der Polizei-Direktion Verkehr sprach mit unserer Redaktion über mögliche Ursachen und Auffälligkeiten an den fünf Unfallkreuzungen.

Europaring/Werner-Voß-Straße
21 Unfälle

Auf der Anfahrt zur A57 kreuzt rund 250 Meter vor der Autobahnauffahrt die Werner-Voß-Straße den Europa-/Charlottering. Die Kreuzung ist eine von zwei Gefahrenstellen, an denen im vergangenen Jahr 21 Unfälle von der Polizei verzeichnet wurden. „Die Hauptursache sind Fehler beim Abbiegen“, sagt Frank Ishorst. Die Kreuzung sei hoch frequentiert und aufgrund der vielen Fahrstreifen auch unübersichtlicher als andere Bereiche.

Untergath/Hauptstraße
21 Unfälle

Bereits im Jahr 2017 krachte es an der Kreuzung Untergath/Hauptstraße in Oppum besonders häufig. 2018 waren es 21 Zusammenstöße. Besonders auffällig seien laut Ishorst immer wieder Linksabbieger, die von Oppum kommend links Richtung Autobahn abbiegen wollten. „Dabei kommt es immer wieder zu Unfällen.“ Leidtragende seien dabei auch häufig Radfahrer, Fußgänger und Tretrollerfahrer, die schlichtweg beim Abbiegevorgang von den Autofahrern übersehen würden. „Das macht keiner mit Absicht.“ Kritisch steht die Polizei der großen Werbetafel in dem Kreuzungsbereich gegenüber, die zusätzlich für Ablenkung sorgen könnte.

Birkschenweg/Kempener Allee
19 Unfälle

Weitaus weniger unübersichtlich als viele große Kreuzungen ist der Bereich Birkschenweg/Kempener Allee. Trotzdem kommt es immer wieder zu Kollisionen. „Es liegt nicht an den Spielterminen der Pinguine“, verrät Ishorst mit einem Schmunzeln. Vielmehr würden sich an der Kreuzung Abbieger und Geradeaus-Fahrer immer wieder ins Gehege kommen. Laut Polizei könnte es sein, dass sich Autofahrer bei den vielen unterschiedlich geschalteten Ampeln falsch orientieren.

Venloer Str./Tönisvorster Straße 18 Unfälle

Nur rund drei Kilometer entfernt von der Unfallkreuzung am Birkschenweg liegt der nächste Gefahrenschwerpunkt. 18 Unfälle zählte die Krefelder Polizei im Bereich Venloer- und Tönisvorster Straße im vergangenen Jahr. Ishorst bezeichnet den Kreuzungsbereich als brisant. Auch hier heißt das Problem: Abbiegeunfälle. „Probleme gibt es immer dann, wenn Autofahrer von Tönisvorst oder Hüls kommend in die Venloer Straße Richtung Stadtzentrum fahren wollen“, so Ishorst. Auch hier ist die Hauptursache Fahrlässigkeit. Die Erneuerung der Fahrbahndecke bewertet der Polizeihauptkommissar generell als gut, „die Unfälle passieren aber an der Kreuzung“.

Birkschenweg/Mevissenstraße
12 Unfälle

An der Einmündung zur Mevissenstraße registrierten die Ordnungshüter insgesamt zwölf Unfälle. Beim Einbiegen vom Birkschenweg in die Mevissenstraße kracht es häufiger. Teilweise bilden sich gerade aus Richtung Westen kommend Rückstaus auf der Linksabbiegespur. Ishorst: „Ob diese ursächlich für die Unfälle an der Kreuzung sind, können wir nicht sagen.“ So seien im vergangenen Jahr beispielsweise in einem Fall auch Autos kollidiert, die schlichtweg auf dem Birkschenweg aufeinander zufuhren.

Ishorst sagt: „Viele Faktoren können bei einem Unfall ursächlich sein. Nicht immer sind sie beeinflussbar.“ Die Polizei appelliert deshalb an alle Verkehrsteilnehmer, an den unübersichtlichen Stellen wie Kreuzungen oder Einmündungen besonders aufmerksam zu sein.

So waren im Jahr 2018 für ein Drittel aller Verkehrsunfälle mit Verletzten in Krefeld Verkehrsteilnehmer verantwortlich, die Fehler beim Abbiegen gemacht haben. In 25 Prozent der Fälle wurde die Vorfahrt missachtet. Nur 29 Zusammenstöße wurden aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit verursacht.

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