Bürger bekommen Lohn für ihr Engagement

Bürger bekommen Lohn für ihr Engagement

Der Preis für „Bürgerschaftliche Selbsthilfe“ ist mit insgesamt 2500 Euro dotiert. 1000 Euro gehen an Spielplatzpatin Nicole Vogel.

In einer Feierstunde hat Oberbürgermeister Frank Meyer den Preis für „Bürgerschaftliche Selbsthilfe“ für 2017 überreicht. Der wird laut Ratsbeschluss wie folgt aufgeteilt: Die Spielplatzpatin Nicole Vogel erhält 1000 Euro, Josef Kalenberg von der Kinderuni Zweistein bekommt 750 Euro, und auch Gerda Schnell und Klaus Reymann erhalten für ihren Einsatz und die Initiative für das Krefelder Bootshaus im Stadtwald 750 Euro.

Der Preis für Bürgerschaftliche Selbsthilfe ist mit insgesamt 2500 Euro dotiert und kann sowohl für gemeinnütziges oder soziales Wirken wie für jede andere Art des besonderen bürgerschaftlichen Engagements für die Seidenstadt verliehen werden. Nicole Vogel ist seit dem Jahr 2013 Spielplatzpatin für den Spielplatz Fungendonk im Stadtteil Oppum. Seitdem hat sie zweimal jährlich Kindertrödelmärkte auf dem Spielplatz organisiert, um den wenig attraktiven Spielplatz aus den 1950er Jahren zu modernisieren. Aus den Erlösen der Trödelmärkte resultiert mittlerweile eine Summe von 25 000 Euro, die in die Spielplatzsanierung fließt.

Durch ihr großes Engagement kamen dem Spielplatz durch Onlinevoting zahlreicher Menschen auf den Internetseiten von „Fanta Spielplatz-Initiative“ und Deutschem Kinderhilfswerk weitere 3000 Euro zugute, die schon in neue ‚Spielgeräte investiert worden sind. „Im Zusammenhang mit Ihrem Engagement nur vom ‚Betreuen‘ eines Spielplatzes zu sprechen, das wäre eine echte Untertreibung“, würdigt Oberbürgermeister Frank Meyer den Einsatz von Nicole Vogel.

Er betont in seinen Dankesworten an die Patin, dass der Spielplatz am Fungendonk dadurch sein Aussehen erkennbar verändern und seine Attraktivität für die zahlreichen Kinder in der Donksiedlung deutlich steigern wird.

Stellvertretend für die Kinderuni Zweistein ist der Vorsitzende Josef „Jo“ Kalenberg ausgezeichnet worden. Kalenberg ist Gründungsmitglied der Kinderuni, er lenkt und regelt die Geschicke des Vereins. Projekte für Kinder und Jugendliche, wie das Erlernen von Computerprogrammiersprachen, gehören genauso zum Programm wie die Teilnahme der Kinder und Jugendlichen an der Kinder-Expo in den Jahren 2012, 2014 und 2016, am Seifenkistenrennen des Fachbereiches Jugendhilfe sowie an MINT-Projekten, Mathekursen und die Möglichkeit von Lernbegleitung.

Auch während der Sommerferien bietet die Kinderuni ein abwechslungsreiches Programm. „Wir wollen Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, Selbstständigkeit, Kreativität, soziale Verantwortung und Leistungsbereitschaft zu entwickeln. Deshalb bieten wir Projekte für Kinder und Jugendliche an, bei denen sie gemeinsam Erfolge erleben“, beschreibt die Kinderuni ihre Zielsetzung. „Der Preis möge das Team ermuntern, mit dieser mehr als sinnvollen Arbeit weiter fortzufahren“, wünscht sich der Oberbürgermeister.

Seit vielen Jahrzehnten bildet das Bootshaus am Stadtwaldweiher mit dem Deuß-Tempel und dem Stadtwaldhaus ein Ensemble wie aus einem Guss. Doch das Fachwerkhaus war baufällig, Geld für die Sanierung fehlte — ein liebenswertes Stück Krefelder Identität drohte, verlorenzugehen. „Das Bootshaus war zwar kein Denkmal. Aber hätten wir dieses Kleinod verloren, wäre der Verlust dennoch unermesslich gewesen. Denn es gehört zum Stadtwald wie der Deuß-Tempel, das Stadtwaldhaus mit seinem beliebten Biergarten und die Rennbahn“, sagt Oberbürgermeister Frank Meyer und verbindet damit seinen Dank an die Initiative, die sich für die Rettung eingesetzt hat.

Engagierte Bürger unter der Leitung von Gerda Schnell und Klaus Reymann, die nun dafür den Preis erhalten haben, hatten die Initiative zur Rettung des Bootshauses ergriffen. Es soll wieder Anziehungspunkt für Jung und Alt werden, zum Standort für „Spiel ohne Ranzen“, Natur-Workshops, Aktionen zur Umwelterziehung und natürlich für den Bootsverleih. Von vielen Seiten kamen Zuspruch und tatkräftige Unterstützung. Die Spendenbereitschaft der Krefelder war dank des unermüdlichen Einsatzes von Schnell und Reymann überwältigend. „Die heutige Preissumme nimmt sich bescheiden aus, wenn man weiß, was die beiden zusammengetragen haben. Rund 124 000 Euro haben sie aufgetrieben, um das Bootshaus zu sanieren. Sie haben gewissermaßen viele Menschen mit ins Boot geholt“, so Frank Meyer.

Mehr von Westdeutsche Zeitung