Grundschulsporttag: In Glockenspitzhalle dreht sich alles um den Ball

Grundschulsporttag: In Glockenspitzhalle dreht sich alles um den Ball

1000 Kinder und Lehrer kommen am Mittwoch für die 32. Auflage eines Fußballturniers, das seinesgleichen sucht, nach Oppum.

Krefeld. Für Lea Schüller ist es eine Rückkehr zu alter Wirkungsstätte und ein Wiedersehen mit dem einen oder anderen Bekannten aus ihrer Schulzeit. Drei Jahre spielte die heute 20-Jährige aus Hüls für die Sollbrüggenschule beim Sparda-Cup. „Da kommen schon Erinnerungen hoch“, sagt die Fußball-Nationalspielerin, die in der Bundesliga für SGS Essen stürmt. Im Mittelpunkt standen am Mittwoch aber die anderen in der Glockenspitzhalle, wo die Jungen und Mädchen der Krefelder Grundschulen ihr Endspiel austrugen. „Beat und Ball — bunt bewegt“, lautete der Leitspruch des Events.

Foto: DJ

Die Stimmung: laut und enthusiastisch. Die Kinder haben kleine Fähnchen mitgebracht, jede Schule hat am Finaltag quasi ihr eigenes Fanlager auf der Tribüne. Von dort aus wird geschrien, geklatscht, die eigene Mannschaft nach vorne gebrüllt. Immer, wenn der Ball in die Richtung eines Tores fliegt, steigt der Geräuschpegel deutlich an. 1000 Kinder, Lehrer und Betreuer sind in die Halle gekommen. Es ist ein Großereignis, das die Krefelder Schulen hier aufbieten, ein „Forum“, wie es SSB-Chef Dieter Hofmann formuliert.

Mittendrin ist auch der scheidende Schuldezernent Gregor Micus. Nach 22 Jahren tritt er Ende des Monats ab. Er sagt: „Es gibt in der Umgebung keine Stadt, die so ein Event für die Schulen macht. Das hier ist Stimmung pur. Das Turnier sucht seinesgleichen. Für mich war es immer ein Highlight. Es ist immer eine tolle Atmosphäre.“ Man muss schon genau hinhören, denn gerade läuft wieder ein Junge mit dem Ball aufs gegnerische Tor zu. Da hält es keinen der jungen Zuschauer auf den Sitzen.

Neben den beiden Endspielen gibt es auch Tanzeinlagen der Grundschulen Am Stadtpark Fischeln, Brüder Grimm und Johansenschule. Die Heinrichschule führt sogar einen türkischen Tanz vor. Trommler der Schule Brüder Grimm treten auf.

Die drei Stunden am Mittwochvormittag haben es in sich. Die Mädchen vom Buscher Holzweg gewinnen ihr Endspiel gegen das Team Grotenburg mit 2:1 nach Siebenmeterschießen. Die Mädchen aus Traar verteidigen ihren Titel. Schon im Vorjahr hatte es diese Paarung gegeben. Die neunjährige Annika sagt: „Es war für mich das erste Mal. Es war richtig aufregend. Auch wenn wir Zweite geworden wären, hätte ich mich gefreut. Die Stimmung war toll.“ Freuen kann sich auch der Eishockeyspieler Christian Ehrhoff, der ebenfalls zu Gast ist. Seine älteste Tochter Leni, im kalifornischen San José geboren, als der Papa dort damals Eishockey spielte, war Teil des Siegerteams, der Olympia-Zweite Ehrhoff stolzer Assistenzcoach. Auch er schießt noch schnell ein paar Erinnerungsfotos.

Bei den Jungen setzt sich die Forstwaldschule durch. Der erste Sieg beim Sparda-Cup — 2:1 gegen Buscher Holzweg. Die Traarer hatten schon im Vorjahr gegen das Geschwister Scholl-Team das Nachsehen. Und so weint ein Junge bei der Siegerehrung Tränen. Ein Sieger, der zehnjährige Kirill, sagt: „Es war sehr schön. Forstwald hat das erste Mal gewonnen. Die Stimmung war richtig gut.“ Auf der anderen Seite hat der neunjährige Richard die Niederlage schnell abgehakt: „Es ist traurig, aber das Leben geht weiter. Es hat viel Spaß gemacht.“

Und auch für den SSB-Vorsitzenden Dieter Hofmann war die 32. Auflage des Grundschulsporttages ein Erfolg: „Es ist eine Tradition und gehört zu Krefeld mit der Sportart Nummer eins. Die Kinder bewegen sich, das ist eine tolle Sache. Hier die Saat setzen, damit die Kinder in den Sport finden.“

Ein paar Minuten nach der Siegerehrung ist die alte Ordnung wieder hergestellt. Die Klassen stehen in Zweierreihen bereit zur Abreise. Niemand schreit, keiner ruft mehr. Aber: Dieser Tag wird den meisten sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

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