Vögelbeobachten für Anfänger

Vögelbeobachten für Anfänger

„Was fliegt denn da?“ heißt das Programm von Monika Neubauer und Holger Klöpfel. Wir haben die beiden im Grafenberger Wald begleitet und erste Tricks gelernt, wie man Vögel erkennt.

Ist das eher ein „Tschirp-Tschirp“ oder ein „Dideldidü“? Ein Schnörkel am Ende oder doch eher ein Lachen? Stimmen und Gesang der heimischen Vögel sind vielfältig. Und doch lassen sie sich - mit viel Übung - eindeutig dem jeweiligen Zwitscherer zuordnen. Bei einem Spaziergang im Grafenberger Wald erklären Monika Neubauer und Holger Klöpfel vom Nabu, wie das geht und worauf man achten muss. Wir haben daraus fünf Tipps zur Vogelerkennung mitgenommen.

Tipp 1:Das Hören schulen „Hinhören“, sagt Klöpfel, sei ein erster Schritt. Im Alltag blendet man das Gezwitscher der Vögel oft aus. Achtet man aber in einem so vogelreichen Gebiet wie dem Grafenberger Wald einmal darauf, fühlt man sich wie in einem voll besetzten Restaurant zur besten Abendessenszeit. Von allen Seiten Gezwitscher, Geklopfe und Gekrächze. Wen das überfordert, der sollte sich vor allem am Nachmittag auf Erkundungstour machen. „Morgens sind die Vögel am aktivsten. Richtung Nachmittag wird es immer weniger. Da hört man eher vereinzelt welche“, sagt Klöpfel. So fällt es leichter, die Stimmen zu hören. Ist man erst einmal daran gewöhnt, fällt einem auch in der Hauptsingzeit das Auseinanderhalten nicht mehr so schwer. Wem das Durcheinander-Gezwitscher aber trotzdem zu laut ist, der sollte die Hände hinter die Ohren legen und wie kleine Schalen bilden. So lässt es sich einfacher in eine bestimmte Richtung lauschen.

Tipp 2: Vorhören und Nachhören Um überhaupt einen Eindruck zu bekommen, wie jeder einzelne Vogel klingt, lohnt es sich, sich den Gesang schon vor so einem Spaziergang einmal ins Ohr zu rufen. Mittlerweile gibt es verschiedene Apps aber auch Aufnahmen im Internet, die man sich anhören und sich so Merkmale der einzelnen Vögel bewusst machen kann. Diese erkennt man dann bei einem Spaziergang leichter wieder.

Tipp 3: Auf einzelne Merkmale achten Jeder Vogel hat seine Art zu singen oder zu rufen. Während der eine immer wieder bestimmte Strophen wiederholt, singt der andere einfach frei drauf los. Auch die Lautstärke und Stimmhöhe sind je nach Vogelart unterschiedlich. Um sich Grundmelodien besser merken zu können, gibt es Merksprüche, die dem Gesang der Vögel ähneln. „Mir geht’s gut, Gudrun“ ähnelt zum Beispiel dem Gesang der Ringeltaube. Die Goldamme klagt eher „Es ist noch viel zu früh“, während das Lied des Buchfinks oft klingt wie „Wie, wie, wie gut schmeckt mir das würz’ge Bier“. Oft kann man sich solche Sprüche besser merken als die eigentlichen Merkmale — und sie dann auf den tatsächlichen Gesang übertragen.

Tipp 4: Auch den Ort miteinbeziehen Bei der Zuordnung kann es helfen, auch darauf zu achten, wo man sich befindet, sagt Monika Neubauer. Denn nicht überall sind überhaupt die gleichen Vögel zu hören. Für die Mondgrasmücke ist es zum Beispiel typisch, dass sie sich in eher offenem, lichteren Wald aufhält. Da sie auf dem Boden brütet, sucht sie freie Flächen mit vielen Sträuchern. Im dichteren Birkenwald - wie im Grafenberger Wald - finden sich dagegen mehr Buchfinken und Meisenarten. Hilfreich ist für die Erkennung natürlich, wenn man die Vögel, die gerade zwitschern, auch sehen kann. Das ist aber nicht immer einfach. Buchfinken zum Beispiel höre man ständig, sehe man aber selten — sie sind sehr scheue Vögel.

Tipp 5: Sich auf einzelne Arten konzentrieren „Man lernt pro Jahr, etwa zwei bis drei neue Vögel zu erkennen“, sagt Klöpfel. So kann es beim Üben auch helfen, sich auf eine bestimmte Art zu konzentrieren und zu versuchen, nur auf diesen Vogel zu hören. Hat man einen Ruf verinnerlicht, fällt es später auch leichter, diesen auszublenden und auf einen neuen Vogel zu achten.

nabu-duesseldorf.de