Polizist schießt mit Messer bewaffneten Mann nieder

Polizist schießt mit Messer bewaffneten Mann nieder

Laut Polizei spricht viel für Notwehr. Der Getroffene ist außer Lebensgefahr, Staatsanwälte ermitteln.

Düsseldorf. Ein Polizeieinsatz in einem Wohnhaus in Flingern ist am Sonntagabend eskaliert. Ein Beamter gab einen Schuss ab, am Ende lag ein Mann mit einem Bauchdurchschuss auf dem Boden. Kurz darauf konnte aber die Klinik Entwarnung geben, es bestand keine Lebensgefahr mehr. Nun ermitteln die Staatsanwälte.

Gegen 18.30 Uhr war ein Streifenwagen in die Daelestraße gerufen worden, dort stehen zwischen Metro und der Grafental-Baustelle noch einige ältere Mietshäuser. In einer Wohnung war offenbar ein heftiger Streit ausgebrochen.

Was sich dann abspielte, ist im Detail noch nicht klar. Nach einer ersten Darstellung der Ermittler war das spätere Opfer einer der am Streit Beteiligten, ein 1982 geborener Mann. Er traf vor dem Haus auf die beiden Polizisten, die zuerst an der Daelestraße eintrafen, ein weiterer Streifenwagen folgte kurz darauf. Mit einem Messer in der Hand soll der Mann die beiden Kollegen bedroht haben haben, worauf der eine Beamte einmal abdrückte.

Laut Staatsanwältin Britta Zur sind die Ermittlungen bislang noch nicht weiter vorangeschritten. „Einiges deutet darauf hin, dass es sich um Notwehr handelt, aber wir stehen noch am Beginn der Ermittlungen.“ Vernehmungen des Angeschossenen sowie des Polizisten und von Zeugen stünden noch aus. Über den Beamten, der den Schuss abgab, sagte Britta Zur nur so viel: Es handele sich um einen erfahrenen Kollegen.

Er wurde laut Polizei im Anschluss psychologisch betreut. Disziplinarische Maßnahmen gegen ihnen wurden nicht eingeleitet. Diese Frage würde sich erst stellen, wenn die Vermutung der Notwehr im Laufe der Ermittlungen keinen Bestand haben sollte.

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