Trivago sucht Campus und will auf 2000 Kräfte wachsen

Trivago sucht Campus und will auf 2000 Kräfte wachsen

Die Chefs des Hotelportals wollen expandieren und hunderte neue Kollegen einstellen.

Düsseldorf. Es ist eine Erfolgsgeschichte, die es in Düsseldorf so wohl noch nicht gegeben hat: Das Hotel-Suchportal Trivago mit Sitz in Golzheim ist seit der Gründung vor zehn Jahren von 42 auf 700 Mitarbeiter gewachsen. Und bis 2020 soll es noch mal rasant nach oben gehen: Malte Siewert, einer der drei Geschäftsführer, strebt eine 2000-köpfige Belegschaft an. „Es hängt davon ab, wie sich die Dinge entwickeln.“

Bislang haben sich die Dinge sehr gut entwickelt. Besonders im Herbst des Jahres 2008, als sich Siewert und seine Kollegen mitten in einer ständigen Aufwärtsbewegung dazu entschieden haben, das Portal aufzuräumen. „Dieser Fokus ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Firmen-DNA“, sagt der 40-Jährige und meint damit die Konzentration auf die Hotelsuche via Trivago.

Zuvor war das Portal eine Art Online-Bauchladen mit dem Oberbegriff Reise: Mit einem recht dominanten Schwerpunkt für Hotelbewertungen und der Suchmöglichkeit nach Pauschal- sowie Flugreisen. „Immer, wenn wir ein Problem in einem Bereich behoben hatten, trat ein neues an anderer Stelle auf“, erläutert der Diplom-Kaufmann. Seit Oktober 2008 können nur noch Hotels über den Internetauftritt verglichen werden, deren Bewertung eher im Hintergrund läuft. Genau danach sei der Umsatz noch deutlicher in die Höhe geschnellt.

Aktuell können 713 000 Hotels auf den 258 Internetseiten des Düsseldorfer Unternehmens gefunden werden. Klickt ein Kunde auf ein Angebot, erreicht er über weitere Portale wie HRS, Expedia oder Booking sein Wunschdomizil und kann dort buchen. „Wir werden pro Klick bezahlt“, sagt Siewert. Entscheidend ist also für Trivago nicht, ob das Zimmer gebucht wird. So kamen im vergangenen Jahr rund fünf Milliarden Kontakte zusammen.

Künftig sollen das noch deutlich mehr werden. Siewert: „Wir arbeiten bereits intensiv mit den Ketten zusammen.“ Die Individualhotels fehlten aber noch. Da sich dies oft um einzelne Häuser handelt seien Kontaktaufnahme und Vertragsverhandlungen sehr personalaufwendig. Unter anderem dafür suchen die Geschäftsführer neue Kräfte. 2000 könnten es insgesamt werden. Dazu gehören allerdings auch Mitarbeiter in Palma, Leipzig und ein China-Team.

Geplant ist auch, die jetzt verstreuten Standorte in Golzheim (Sky Office, B1 und Deepgrey Offices) unter einem Dach zusammenzufassen. „Ein Trivage-Campus in Düsseldorf, das würde uns schon sehr gut gefallen“, erklärt Siewert.

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